Erfahrungsbericht des einführenden Seminars des Landesschülerrates Bayern vom 27. bis 29. November in Augsburg
13.12.2009:
13.12.2009:Die erste Frage, die mir auf diesem E-Seminar gestellt wurde, war immer: Wo kommst du her? Und deswegen möchte ich sie auch gleich hier zu Beginn beantworten: Ich komme aus Stadtbergen, neben Augsburg. Also sollte die Anfahrt zum E-Seminar in Augsburg auch eigentlich kein Problem darstellen - hat sie aber. Mit dem Auto haben wir knapp 40 Minuten gesucht, bis wir das Berufsbildungswerk im total verwirrenden Univiertel endlich gefunden haben.
Nun zur Frage Nummer zwei der Rangliste der am häufigsten gestellten Fragen... Was machst du eigentlich hier? - Ne Schmarrn... Aber schon so ähnlich: Durch wen bist du eigentlich hierher gekommen? Ja, da ist wirklich eine kleine Erklärung notwendig. Ich bin nämlich keine Schülersprecherin, Bezine oder sonst irgendwas Bedeutendes. Ich bin eine völlig normale (oder vielleicht doch nicht?) FOS-Schülerin, die im Laufe dieses lustigen Seminars einfach der Gruppe "Aktive" zugeordnet wurde, frei nach dem Motto: In jeder/m steckt einE SchülervertreterIn. Ja, wie komm' also ausgerechnet ich dazu, an diesem Seminar teilzunehmen? Verblüffend einfache Antwort: durch eine gute Freundin (Sarah Houter).
Soviel zur Vorgeschichte, nun zu meinen Eindrücken: Als ich durch die Eingangstür trat, wurde ich gleich von mehreren Mädchen umarmt und sie stellten sich mir vor. Mit so einem herzlichen Empfang hab ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, aber es hat mich wirklich gefreut :) Dann mussten wir erst einmal ca. eine Stunde warten, bis auch die "Falschfahrer" endlich angekommen waren.
Danach gab‘s superleckeres vegetarisches Essen, das allerdings ein wenig scharf war. Dann konnten wir endlich mit der Aufstellung der Tagungsregeln beginnen, wovon ich einige echt super fand und andere wiederum weniger sinnvoll, aber in Ordnung... schließlich lief hier alles basisdemokratisch. Ähm, die genau Tagesordnung hab ich jetzt nicht mehr im Kopf, aber ich fand diese kleinen Spiele zwischendrin immer total witzig. Vor allem weil ich alle außer "Molle Molle" noch nichts kannte.
Am Abend kam dann der Vorschlag, in die besetzte Uni zu gehen. Dort spielten 2 Bands, deren Musik ich echt cool fand, aber die mich leider nicht so wirklich zum "tanzen" bewegen konnten. Währenddessen und auch noch weit darüber hinaus - gen 4:30 Uhr - habe ich mich noch über Gott und die Welt mit meinem Paten unterhalten. Die Paten-Aktion war im Übrigen auch eine tolle Idee: jeder Frischling hat eineN erfahreneN SchülerverteterIn an seine/ihre Seite bekommen, um sich alle Fragen von der Seele reden zu können und besser dabei sein zu können.
Anstatt wie geplant in der Turnhalle zu nächtigen, haben sich es dann auch viele Leute auf den Sofas in der Aula oder, so wie ich, auf dem Fußboden bequem gemacht. Der einzige Störfaktor waren diese grell weiß leuchtenden Röhrenlampen über unseren Köpfen, aber ab einer gewissen Uhrzeit war auch das kein Problem mehr.
Nur wenige Stunden später wurden wir, wie vereinbart, mit dem lästigen Lied "Beiß nicht gleich in jeden Apfel" aufgeweckt. Obwohl ich nicht gerade erpicht auf das morgendliche Plenum war, hab ich mich zu den Duschen geschleppt und durch das eiskalte Wasser wurde selbst ich wieder wach. Das Tagesprogramm bestand aus Gruppenphasen zu allgemeinen Themen und Workshops. Ich schloss mich dem Workshop "Arbeitsgruppe" an, bei dem wir (unter vielen anderen Dingen) ein Karussell aus Papier, Tesa und Wäscheklammern basteln mussten. Dabei sind wir an der eigentlichen "Erkenntnis" der Rollenverteilung zwar total vorbeigerauscht, jedoch war die Methode ein Beispiel dafür, wie spannend lernen sein kann!
Bei den anschließenden Diskussionsrunden konnten sich alle dem Thema beigesellen, welches sie am meisten ansprach, oder sogar selbst eine Diskussionsrunde gründen. Ich ging in eine Gruppe, deren Thema "eSfa - Eine Schule für alle" war. Wir diskutierten, so manches Weltbild wurde stark hinterfragt und zum Schluss stellte ein sehr aufgebrachter Mitdiskutant unser Ergebnis im Plenum vor. Auch die anderen Gruppen teilten ihre Ergebnisse mit - über was man nicht alles in so kurzer Zeit sprechen kann!
An diesem Tag gab es erneut ein Essen, welches all meine Erwartungen übertroffen hat! Am Abend saßen dann alle relativ gemütlich zusammen. Anfangs haben wir noch "Psychiater" gespielt, was aber nach längerer Zeit langweilig wurde. So haben sich manche mehr der Abendgestaltung nach bayerischer Art zugewandt und ein paar sind in den dritten Stock. Ich entschied mich nach einiger Zeit auch oben zu bleiben, wo gerade ein wirklich lustiges Improtheater stattfand. Als auch das um 2 Uhr zu Ende ging, hab ich mich erneut bis 5:00 Uhr morgens unterhalten;)
Am Sonnatg war schließlich Aufräumen angesagt und ein paar letzte Infos über Projekte usw. wurden gegeben. Und dann war's auch schon wieder vorbei... nach und nach reisten alle wieder ab.
Was ich zusammenfassend sagen kann, ist, dass es auf jeden Fall ein gelungenes Wochenende war, das mir Spaß gemacht hat und bei dem ich sehr viel neues über den LandesSchülerRat und das ganze Drumherum erfahren habe - etwas, das ich mit Sicherheit wiederholen werde.
Amelie A.

