Pressemitteilung "Besuch des UN Sonderbeauftragten"
Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern Vom x.02.2006 Mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung
UN-Sonderbauftragter in Deutschland
Der Besuch des UN-Sonderbeauftragten macht deutlich, welche enormen Defizite unser deutsches Bildungssystem aufweist. Venor Munoz verschafft sich nun während einer zehntägigen Reise ein Bild über die aktuellen Zustände an Deutschlands Schulen. Elena Stingl, Vorstandsmitglied in der Landesschülervertretung Bayern (LSV), kommentiert:
"Schon lange weist die LSV auf die gravierenden Mängel im deutschen Schulsystem hin. Erst die Ergebnisse der PISA-Studie und nun auch noch der Besuch des UN-Sonderbauftragten zeigen, dass einiges schief läuft.", so Stingl. "Aufzählen könnte man an dieser Stelle eine ganze Menge. Hier nur einige wenige Beispiele: Wirft man einen Blick in Deutschlands Klassenzimmer, fällt auf, dass schon der Umgangston zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern meistens derartig angespannt ist, dass der Leistungsdruck SchülerInnen im seltensten Fall Interesse am Unterricht ermöglicht / jegliches Interesse am Unterricht raubt. An Schule als Lebensraum ist bei weitem nicht zu denken.", kommentiert Stingl. "Gerade weil Schule eine solch zentrale Rolle im Leben eines jungen Menschen einnimmt, muss umgedacht werden: Nicht die jungen Menschen müssen dem Bildungssystem angeglichen werden, sondern das System den SchülerInnen." Ein anderes und noch viel ausschlaggebenderes Problem sei die Chancenungleichheit für SchülerInnen. "Gerade Kinder mit Migrations- und sozial schwachen Hintergrund haben viel geringere Chancen auf einen Hochschulabschluss, als Kinder, deren Eltern selbst Akademiker sind und deshalb ein dementsprechendes Budget zur Verfügung haben." Vor allem die Selektion von Kindern im Alter von zehn Jahren sei sozial ungerecht und viel zu ausschlaggebend für Berufs- und somit Lebensweg eines jungen Menschen. "Wie es uns andere Schulsysteme weltweit beweisen, brauchen auch wir in Deutschland eine Schule für alle, und nicht drei oder vier ungleiche Schulsysteme, durch die Menschen ungleichwertig gemacht werden", so die Schülerin abschließend.

