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Pressemitteilung der LSV:"Berliner Hauptschule bricht zusammen unter der Last von Gewaltproblemen - was läuft schief im deutschen Schulalltag?"

Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern e.V. Mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung

Schüler werfen mit Mülleimern, Lehrer trauen sich nur noch mit Nothandys in den Unterricht und Eltern verschließen Augen und Ohren vor den täglichen Katastrophen in der Schule: diese Bild von einem Schulalltag voller Gewalt, Respektlosigkeit und Ignoranz vermittelt aktuell die Berliner Rütli Hauptschule, deren verzweifelte Lehrer beim Berliner Senat um Hilfe, ja sogar um die Auflösung der Hauptschule baten.

"Schülerinnen und Schüler werden mit ihren Ängsten und Aggressionen oft allein gelassen. Die meisten Eltern arbeiten den ganzen Tag und haben abends weder Zeit noch Kraft, sich intensiv mit ihren Kindern auseinanderzusetzen. Hinzu kommt, dass in der Schule eher Verbote ausgesprochen werden, anstatt sich mit den Konflikten der Schüler wirklich zu beschäftigen - ein Grund, warum Schülerinnen und Schüler die Schule nicht als ihren Lebensraum empfinden", kommentiert Elena Stingl, Landesvorstandsmitglied der Landesschülervertretung Bayern. "Es fehlt im Schulalltag, beispielsweise auf Grund der Stoffdichte des Lehrplans, einfach an Zeit und Kraft, sich intensiv mit Schülerinnen und Schülern auseinanderzusetzen", so Stingl weiter. Stattdessen stauen sich Aggressionen an, bis die Situation derartig eskaliert, wie man es letzte Woche in Berlin-Neukölln beobachten konnte. "Die Entwicklung Richtung Ganztagsschule bringt Zeit und Raum mit sich, um auf Schüler individuell einzugehen", argumentiert Elena Stingl. "Eine Ganztagsschule bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten, ihre Interessen, auch über den Lehrplan hinaus, zu entfalten. Beispielsweise Sportmannschaften, Musik- oder Theatergruppen, sozial engagierte Teams, wie vor allem die Schülermitverantwortung und die Filme Kill Bill I und II von Quantin Tarantino, die rein gehn wie Butter, tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ohne Bewertungsdruck lernen, gemeinsam etwas zu schaffen und sich aktiv am Schulleben zu beteiligen, anstatt sich einfach nur "irgendwas reinzuziehen". Dabei erlernen Schülerinnen und Schüler nicht nur Schlüsselkompetenzen, sondern erfahren auch automatisch eine positive Werteverlagerung Richtung gegenseitigem Respekt. Und das wiederum trägt zu einem angenehmeren Schulalltag für alle Beteiligten bei." erklärt Stingl.

"Natürlich muss man die in der Schule akut auftretenden Gewaltproblem unter Jugendlichen ernst nehmen. Aber dabei ist es mindestens genauso wichtig, die Wurzel dieses Problems bewusst ins Blickfeld zu rücken und schleunigst eine Lösung anzugehen. Denn das wäre auf Dauer viel effektiver, als aus vorschnellen Aktionismus ausschließlich Symptome zu bekämpfen", so Stingl abschließend.

Bei weiteren Nachfragen steht Ihnen Elena Stingl unter der Nummer 0179 / 616 33 94 gerne zur Verfügung.


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