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Landtagswahl: Junge Wähler fühlen sich nicht ernst genommen

<p>Von Kristina Pezzei, dpa<p>

<p>M&uuml;nchen (dpa/lby) - "Uns h&ouml;ren die Politiker doch gar nicht zu. Unsere Meinung ist doch nicht wirklich gefragt", sagt die 19 Jahre alte Sonya Popa-Henning. In ihrer Stimme schwingt Resignation mit. Dass das "allgemeine Interesse an Politik in der heutigen Jugend weiter r&uuml;ckl&auml;ufig ist", wie es in der Shell-Studie von 2002 hei&szlig;t, wundert die stellvertretende Vorsitzende der Landessch&uuml;lervertretung Bayern nicht. Die Haltung der Politiker ziehe eben Desinteresse bei den Jugendlichen nach sich - auch an der im September anstehenden Landtagswahl. Sonya Popa-Henning spricht aus, was viele Sch&uuml;ler und Studenten im Freistaat empfinden: Sie f&uuml;hlen sich als W&auml;hler nicht ernst genommen.</p>

<p>"Die Situation in Bayern ist miserabel", sagt der Koordinator der bayerischen Studierendenvertretung, Johannes Kaindl (23). Die Strukturen f&uuml;r hochschulpolitisches Engagement durch das Hochschulgesetz seien "schlicht nicht arbeitsf&auml;hig". Bei Themen wie etwa Hochschulgeb&uuml;hren werde die Landesastenkonferenz (LAK) bislang wenig geh&ouml;rt. "Dabei sollte man schon ein positives Feedback erhalten, wenn man Engagement zeigt", sagt Kaindl, der an der Uni Augsburg Politikwissenschaft studiert. "Aus Sicht des Ministeriums f&uuml;r Wissenschaft existieren wir gar nicht."</p>

<p>Ihren politischen Schwerpunkt setzen Sch&uuml;ler- und Studentenvertretung auf das Thema, mit dem sie t&auml;glich konfrontiert werden - die Bildung. Popa-Henning fordert eine bessere Ausbildung der Lehrer, "anstatt Sch&uuml;ler mit mehr Noten unter Druck zu setzen". Sie wehrt sich gegen die von Ministerpr&auml;sident Edmund Stoiber (CSU) angek&uuml;ndigten "Kopfnoten", also Noten f&uuml;r soziales Verhalten. "Das ist eine fatale Entwicklung", erkl&auml;rt die W&uuml;rzburger Gymnasiastin.</p>

<p>Johannes Kaindl will die Regierung beim Thema Bildung allgemein in die Pflicht nehmen: "Der Bildung muss ein h&ouml;herer Stellenwert einger&auml;umt werden." Vorrangiges Thema der Studierendenvertretung sind derzeit die viel diskutierten Hochschulgeb&uuml;hren, gegen die das Gremium k&uuml;rzlich mit einer bayernweiten "Aktionswoche" mobil gemacht hatte.</p>

<p>Weder die Vertretung der Sch&uuml;ler noch die der Studierenden darf sich in Bayern allgemeinpolitisch &auml;u&szlig;ern. Steuern und Rente etwa seien f&uuml;r viele Sch&uuml;ler au&szlig;erdem noch weit weg, r&auml;umt Sonya Popa- Henning ein. Die Welle des politischen Bekennens vor und w&auml;hrend des Irak-Kriegs habe "letztlich keinen Grundstein gelegt f&uuml;r eine nachhaltige politische Bewegung". Auch die Sprecherin des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (ASTA) der Uni Augsburg, Yvonne Hettich, hat das Gef&uuml;hl, mit weitgehend unpolitischen Kommilitonen zusammen zu sein. "Die Resonanz ist ja schon bei den Uni-Wahlen relativ schwach", sagt sie.</p>

<p>Bei jungen Gewerkschaftlern hingegen ist allgemeines politisches Interesse st&auml;rker ausgepr&auml;gt - zumindest nach Meinung des Landesjugendsekret&auml;rs beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Thomas Rudner. Die Auszubildenden diskutierten nicht nur &uuml;ber Jugendarbeitslosigkeit und den Mangel an Lehrstellen, sagt er. "Sie m&ouml;chten auch wissen, warum sie sich f&uuml;r ihr Krankengeld selbst versichern sollen." Rund 100 000 junge Menschen bis 27 Jahre sind in Bayern beim DGB organisiert - Tendenz laut Rudner steigend. Um die Mitglieder fit f&uuml;r die Landtagswahl zu machen, plant der DGB in den Wochen vor der Wahl Diskussionsrunden und Gespr&auml;che auch mit Spitzenpolitikern.</p>

<p>Denn egal, ob Auszubildende, Sch&uuml;ler oder Studierende: Die Jungw&auml;hler legen sich nicht von vornherein auf Parteien fest. "Sie haben genauso unterschiedliche Meinungen wie der Rest der Bev&ouml;lkerung", sagt Rudner. Der DGB will vor allem auf Information &uuml;ber Sachthemen setzen. Auch Sonya Popa-Henning und Johannes Kaindl wollen sich weiter f&uuml;r die politischen Anliegen von Sch&uuml;lern und Studenten einsetzen. "Das Schlechteste w&auml;re doch, in Resignation zu versinken", sagt Johannes Kaindl.</p>

</p>(Internet: Sch&uuml;lervertretung: www.lsv-bay.de/,
Studierendenvertretung: www.fs.tum.de/LAK/,
DGB-Jugend: www.dgb-jugend-bayern.de/)


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