Pressemitteilung des Forum Bildungspolitik
08.07.2003:
08.07.2003:100 000 Eltern und Lehrer fordern Konsequenzen aus der PISA-Studie
Überwältigende Resonanz auf "Aktion Bildung - Lehrer und Eltern gemeinsam" / Initiatoren fordern mehr Personal sowie bessere Lern- und Bildungsbedingungen
Die "Aktion Bildung - Lehrer und Eltern gemeinsam" des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) und des Bayerischen Elternverbands (BEV) ist nach 3 Monaten abgeschlossen - und ein überwältigender Erfolg: 102.317 Eltern und Lehrer aus ganz Bayern unterzeichneten die Petition. Sie fordern deutlich mehr pädagogisches Personal für die individuelle Förderung von Kindern. BLLV-Präsident Albin Dannhäuser und der bisherige BEV-Vorsitzende Heinz Joachim Schlein überreichten die Petition heute Mittag dem Präsidenten des Bayerischen Landtags, Johann Böhm. "Wir fordern den Landtag auf, den Willen von über 100 000 Bürgerinnen und Bürgern zügig umzusetzen", sagte Dannhäuser. Die überwältigende Resonanz zeige, wie dringend der Wunsch vieler Eltern und Lehrer nach Verbesserungen an den Schulen ist.
Es sei ein unübersehbares Signal, wenn sich Eltern und Lehrer gemeinsam für bessere Schulen einsetzen würden, sagte der BLLV-Präsident. An der Aktion, die im April diesen Jahres auf der Bildungsmesse in Nürnberg gestartet worden war, beteiligte sich auch das Forum Bildungspolitik in Bayern, dem 27 Verbände und Institutionen aus Bayern angehören. "In knapp 3 Monaten kamen über 100 000 Unterschriften zusammen - ein großartiges Ergebnis", freute sich Dannhäuer, der auch Sprecher des Forums Bildungspolitik in Bayern ist. Diese Resonanz zeige überdeutlich, dass Eltern und Lehrer Änderungen und Verbesserungen im Bildungssystem wünschen und für dringend notwendig erachten.Eltern und Lehrer wüssten nicht erst seit PISA, dass frühe Förderung die Grundlage für schulischen und beruflichen Erfolg ist und bei Kindern Lerndefizite schneller und effektiver ausgeglichen werden können als bei Jugendlichen. Die mangelnde Frühförderung führe zu hohen Wiederholerquoten, Schulversagen könne Entwicklungsstörungen auslösen. Beides verursache Kosten - in Bayern rund 200 Millionen Euro pro Jahr. "Wenn wir wollen, dass unsere Schulen im internationalen Vergleich in zehn Jahren auf einem Spitzenplatz stehen, muss hinsichtlich des Bildungsangebots, der Fördermaßnahmen, der Klassengrößen und der Finanzierung in Bayern noch viel getan werden", erklärte der BLLV-Präsident.
Mit ihrer Unterschrift fordern Eltern und Lehrer den Bayerischen Landtag auf: die Klassenhöchststärke auf 25 Schüler/innen zu begrenzen sämtliche in den vergangenen Jahren gestrichenen Unterrichtsstunden zurückzugeben die mobile Lehrer-Reserve auszubauen, um Unterrichtsausfälle zu stoppen zusätzlichen Förderunterricht anzubieten, damit Betreuung in Kleingruppen und individuelle Förderung in die Tat umgesetzt werden können eine ausreichende Anzahl von Schulpsychologen und Schulsozialpädagogen an den Schulen zur Verfügung zu stellen mehr Sprachunterricht für Kinder mit unzureichenden Sprachkenntnissen anzubieten Ganztagsangebote an Schulen für Sechs- bis Zehnjährige bedarfsgerecht auszubauen und eine umfassende Bedarfsanalyse zu erstellen.

