Pressemitteilung der LSV
18.12.2003: Gegen Sparzwang und G8
Die Landesschülervertretung Bayern lehnt sämtliche Sparmaßnahmen der Staatsregierung im Bildungsbereich entschieden ab. "Das dreigliedrige Schulsystem schafft jetzt schon eklatante Ungerechtigkeit - Abschaffung der Lernmittelfreiheit würde die soziale Selektion noch mehr verschärfen.". so Sonya Popa-Henning, Vorstandsmitglied der LSV.
An sich besteht jetzt schon keine vollständige Lernmittelfreiheit: Papiergeld, Zahlungen für Lektüren, Atlanten und Lexika für Fremdsprachenunterricht machen sich im Finanzbudget von Eltern mit Schulkindern deutlich bemerkbar. "Und jetzt auch noch für Schulbücher zahlen? Hinterrücks ist das doch Schulgeld und bringt uns in Verhältnisse vergangener Jahrhunderte zurück!", wirft Popa-Henning ein.
Auch wenn momentan "nur" Beträge von 30 bis 120 Euro in der Diskussion sind: Jede Grenze, die jetzt gesetzt wird, ist auch nach oben verschiebbar!
Der Zugang zu Bildung muss frei sein und darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Deshalb darf der Staat sich gerade im Bildungsbereich nicht aus seiner finanziellen Verantwortung stehlen.
Die Landesschülervertretung richtet sich jedoch - trotz der neuerlichen Schreckensnachrichten - nach wie vor vehement auch gegen die Schulzeitverkürzung an bayerischen Gymnasien. Was Schule jetzt schon für viele so furchtbar mache, würde durch die Pläne der Staatsregierung noch verstärkt. Schule würde noch mehr zur Paukanstalt, der Leistungsdruck auf Schülerinnen und Schüler noch höher. Raum für selbstbestimmtes Lernen und auch für die vom Kultusministerium viel gepriesene Schulinnovation bleibt bei so einem Konzept von Schule nicht mehr.
Die Landesschülervertretung als Interessenvertretung der bayerischen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten fordert, in weitere Planungen mit einbezogen zu werden.
"Die Vorschläge der bayerischen Staatsregierung gehen in die völlig falsche Richtung!" mahnt Popa-Henning. Wir fordern ein Umdenken: Mehr Zeit für Bildung, mehr Selbstbestimmung für Schülerinnen und Schüler, Abschaffung jeglicher sozialer Hürden im Bildungssystem. "Das wirft natürlich auch Strukturfragen auf", so Popa-Henning abschließend.

