MZ - Schüler wollen mitreden
Schüler wollen mitreden (Mittelbayrische Zeitung vom 18.03.03)
basis03 endet mit Resolution für mehr Mitbestimmung
Regensburg (mdl). Die bayrischen Schülervertretungen wollen sich aus der Bevormundung durch Kultusministerium und Schulen befreien. Die über 700 Teilnehmer des Schüler-Kongress basis03 verabschiedeten einstimmig eine Resolution für echte Mitbestimmung an den Schulen.
Die Veranstalter der Landesschülervertretung (LSV) zeigten sich in Regensburg zufrieden mit basis03. "Es war ein großer Erfolg", sagte Julia Strutz, Hauptorganisatorin und ehemalige Bezirksschülersprecherin von Unterfranken. "Es freut mich sehr, dass so viele Schüler die Chence zur Zusammenarbeit genutzt haben." Mit einer Rekordteilnehmerzahl von über 700 Klassen- und schülersprechern sowie Aktiven der Schülermitverantwortung (SMV) habe der dritte bayrische Schülerkongress das Interesse für mehr Demokratie an den Schulen bewiesen, bilanzierte nach dem Kongress auch Sonya Popa-Henning, die Vorsitzende der LSV. Erstmals in der Geschichte von basis nahm auch das bayrische Kultusministerium aktiv an der Veranstaltung teil. "Wir nehmen basis03 ernst", betonte Staatssekretär Karl Freller in seinem Grußwort. Er sicherte der LSV ausserdem ein Gespräch über die konkrete Umsetzung der Kongress-Ergebnisse in der aktuellen Schulreform zu. "Wir hoffen jetzt, dass Freller sein Versprechen hält und sich bald etwas tut", so Strutz. Am Ende der Tagung unterzeichneten die Teilnehmer ein Sechs-Punkte-Programm mit dem Titel "Wir wollen uns endlich selbst vertreten". Die Resolution fordert unter anderem eine anerkannte und unabhängige Landesschülervertretung aller Schularten. Dabei wurde vor allem eine Verbesserung für die Hauptschüler gefordert, die bis jetzt noch kein bayernweites Schülergremium zur Vertretung ihrer Interessen wählen können. Weiterhin tritt das Papier für eine Verbesserung der Chancengleichheit ein. Drittens soll die Schülerzeitungszensur in Bayern abgeschafft werden. "Es ist unannehmbar, wie das Kultusministerium den Schülern die Fähigkeit abspricht, richtig Verantwortung zu übernehmen", betonte Popa-Henning. "Bayern darf in Sachen Schülervertretung nicht länger ein Entwicklungsland bleiben."

