Pressemitteilung der LSV
08.01.2004: "Protestaktionen gehen in die heiße Phase"
Die Schule hat heute nach den Weihnachtsferien in Bayern wieder angefangen und der Kampf gegen die Kürzungen im Bildungswesen geht in die heiße Phase. Sonya Popa-Henning, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Bayern (LSV), kündigte im Vorfeld des ersten Schultags des Jahres 2004 an, dass die Proteste auch im neuen Jahr fortgesetzt würden: "Neben vielen Kundgebungen in den großen Städten werden auch an etlichen Schulen in ganz Bayern Protestaktionen stattfinden - von den Schülern selbst auf die Beine gestellt." Neben Demonstrationen haben Schüler auch vielerorts Podiumsdiskussionen organisiert, im ihre Meinung gegenüber Politikern zu äußern.
Die Aktionshomepage www.bildungskuerzung.de der LSV hat sich inzwischen zur wichtigsten Informationsplattform im entwickelt. Neben einem Protestkalender, der tagesaktuell über Widerstandsaktionen informiert, sind auch viele Informationen, Materialien und Reaktionen zu finden. Täglich erreichen die LSV neue Meldungen von Mitschülern, die über erfolgreich durchgeführte Protestaktionen berichten und auf breites Interesse der Öffentlichkeit stoßen.
Doch nicht immer können die Schüler mit voller Unterstützung rechnen; ihre Aktionen wurden in einzelnen Fällen auf Anweisung des Kultusministeriums an die Direktoren verboten. Auch wurde Lehrern verboten, mit ihren Schülern über die Schulzeitverkürzung zu sprechen. Sonya Popa-Henning hierzu: "Wir fordern Lehrer - wie schon in unserem offenen Brief vor Weihnachten - dazu auf, zivilen Ungehorsam zu leisten und die Protestaktionen der Schüler ungeachtet von Verboten zu unterstützen. Gerade in der Schule muss jungen Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung gewährt werden - denn wir Schüler sind die Hauptbetroffenen der angekündigten 'Reformen' der Staatsregierung."
(Sie finden den offenen Brief nochmals im Anhang.)
Zu den Erfolgsaussichten meint Popa-Henning abschließend: "Bei der Lernmittelfreiheit zeigt sich, dass unser Protest nicht wirkungslos bleibt. Jetzt gilt es, mit unverminderter Stärke gegen das angekündigte, ebenso unsoziale Büchergeld zu kämpfen, genauso wie gegen Schulzeitverkürzung und andere Kürzungen an Schule und in der Jugendarbeit. Wir lassen uns nicht einfach unsere Zukunft wegkürzen!"

