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Pressemitteilung der LSV

21.01.2004: Landesschülervertretung spricht sich vehement gegen Studiengebühren aus "Minister Goppel übersieht bei seinen Sparplänen die fatalen Folgen"

Die Ankündigungen von Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Rande der Kabinettssitzung stoßen bei der Landesschülervertretung (LSV) auf entschiedene Ablehnung. "500 Euro ab dem zwölften Semester - hätte Herr Goppel studierende Kinder, wüsste er um welche Belastungen es hier geht", stellt Lorenz Seibl, Vorstandsmitglied der LSV fest. "Gerade für Studenten mit einem sozial eher schwächeren Familienhintergrund bedeuten diese Gebühren eine unzumutbare Belastung", führt Seibl weiter aus. Schon im Voraus würden sozial schlechter Gestellte von höherer Bildung ausgeschlossen werden.

"Kann sich das Elternhaus das ohnehin schon teure Studium mit den zusätzlichen Studiengebühren nicht leisten, muss der Studierende etwas dazu verdienen - was die Studienzeiten natürlich verlängert und nicht verkürzt!", meint Lorenz Seibl. Kürzere Studienzeiten ließen sich ausschließlich durch groß angelegte zusätzliche Investitionen in den Hochschulbereich erzielen, nicht über noch stärkeren finanziellen Druck.

Zudem verstoßen Studiengebühren im Moment gegen geltendes Bundesrecht. "Die Dreistigkeit, mit welcher Herr Goppel sich seine Überlegungen erlaubt, ist vor dem Hintergrund der klaren Rechtslage nur mit einem Kopfschütteln zu kommentieren", so Seibl. Noch viel absurder macht das Ganze die Tatsache, dass sowohl Studiengebühren als auch die geplante "Verwaltungsgebühr" Zweck entfremdet benutzt würde, um Haushaltslöcher zu stopfen. "Studierende als Finanziers von haushaltspolitischen Unfähigkeiten lehnen wir rundweg ab".

Abschließend gab Vorstandsmitglied Lorenz Seibl noch zu bedenken, was die Schülerinnen und Schüler von einer "Reform mit Rotstift" halten. "Bei den derzeit geplanten Kürzungen sollen auch der Wegfall der Lernmittelfreiheit und die Streichungen in der Jugendarbeit nicht unerwähnt bleiben. Diese ‚Reformen’ sollen für die ‚junge Generation’ gedacht sein? Hören Sie sich an, was ein Vertreter eben jener Generation dazu denkt: was hilft uns ein ausgeglichener Staatshaushalt in kaum absehbarer Zeit, wenn in wenigen Jahren Bildung am absoluten Nullpunkt angelangt sein wird?"


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