Newsletter|Kontakt|HOME
  Aktuelles
  Presse
  Termine
  LSV-Texte
  über uns
  werde aktiv!
  Positionen
  SMV-Archiv
  Gästebuch
  Publikationen
  Bildergalerie
  Links
  Suchen
  Impressum

Pressemitteilung der LSV: "Wenn die Persönlichkeit zur Ziffer wird"

20.05.2004: Die Landesschülervertretung kommentiert die Zeugnisreform an den Grundschulen

20. Mai 2004 PRESSEMITTEILUNG der Landesschülervertretung Bayern mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung

"Wenn die Persönlichkeit zur Ziffer wird" Landesschülervertretung kritisiert die angekündigte Zeugnisreform an der Grundschule

Die Landesschülervertretung Bayern (LSV) äußert sich anläßlich der Äußerungen von Kultusstaatssekretär Freller in der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch. Freller hatte eine Zeugnisreform an der Grundschule angekündigt, die die Benotung von Sozialkompetenzen vorsieht. Im Hinblick auf die geplanten "Neuerungen" sagt Lorenz Seibl, Mitglied im LSV-Landesvorstand: "Diese Vorstellungen von Kompetenzbewertung sind haarsträubend und mittelalterlich"

Die LSV steht der geplanten Einführung von Noten auf soziales Verhalten im Zeugnis allgemein sehr kritisch gegenüber. "Diese Bewertungen hat man doch vor 20 Jahren bereits einmal abgeschafft, gerade weil diese Noten niemals objektiv sein können" stellt Seibl fest. "Mit diesen Verhaltensnoten bekommt der Lehrer ein weiteres Machtinstrument - und weil "Kopfnoten" insbesondere auf dem subjektiven Empfingen aufbauen, muss sich der Lehrer auch kaum rechtfertigen. "Störer", welcher Art auch immer, können so ohne weitere Begründung ausgeschaltet werden"

"Hierbei sind Kopfnoten natürlich nur die Spitze des Eisberges - ganz allgemein sind Noten höchst unpraktikable Instrumente für Bewertungen", sagte Lorenz Seibl, Mitglied im Landesvorstand.

"Sozialverhalten" in der Schule ist so vielfältig, dass man diesen Bereich von Haus aus kaum an einzelnen Punkten festmachen kann. "Hier auch noch zu glauben, man könne alles problemlos auf einen Nenner bringen, ist schlichtweg utopisch", so Seibl weiter. Des Weiteren müssten Kopfnoten damit rechnen, weite Spagate machen zu müssen. So könnte bei der einen Schülerin für die Note 2 ausschlaggebend sein, dass sie sich oft einmischt - das genaue Gegenteil, nämlich "braves" Stillsitzen, könnte dagegen beim zweiten Schüler ebenfalls zu einer 2 in Sachen soziales Verhalten führen.

"Ob soziales Verhalten von Schülerinnen und Schülern in all seinen Facetten dem Schlachtfeld der Benotung preisgegeben werden sollte, ist ohnehin fraglich", so Seibl. Vielmehr sei eine Schule als Lebensraum in Gefahr, wenn jeder jeden Schritt im Schulhaus vor dem Hintergrund der drohenden Benotung tun müsse. "Natürlich sehen wir es gerne, wenn etwa Engagement in der Schülervertretung oder bei der Schülerzeitung ernsthaft gewürdigt wird. Aber dieser Status der Würdigung lässt sich nur durch eine persönliche Anerkennung dieser Arbeit bei jedem einzelnen erzielen - und da braucht man eben mehr als einen Buchstaben", so Seibl abschließend.


Meldungen:
SMV-Fortbildung
16.11.2010 | Quelle: Straubinger Tagblatt, www.idowa.de [mehr]
LSK im Bayerischen Fernsehen
01.02.2008 | Einen dreiminütigen Beitrag sendete das Bayerische Fernsehen über die erste Versammlung der Landesschülerkonferenz. [mehr]
... und die Anerkennung folgt zugleich
16.01.2008 | Eine landesweite Schülervertretung aller Schularten nun auch in Bayern [mehr]
Engagement als Bildungsziel
06.05.2007 | Demokratie leben [mehr]

Aküli
22.08.2007 | [mehr]
Ziele der LSV
01.01.2004 | [mehr]
Ich finds geil bevormundet zu werden