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Erziehung zur Demokratie - ohne Mitbestimmung?

06.02.2007: "Die Schülerinnen und Schüler sind im Geiste der Demokratie [...] zu erziehen." Dieser grundlegende Bildungs- und Erziehungsauftrag ist im ersten Artikel des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) verankert. Ob die derzeitigen Strukturen der Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler dieser Zielsetzung gerecht werden, wird von der Landesschülervertretung Bayern e.V. in Frage gestellt.

Erziehung zur Demokratie - ohne Beteiligung?

"Die Schülerinnen und Schüler sind im Geiste der Demokratie [...] zu erziehen." Dieser grundlegende Bildungs- und Erziehungsauftrag ist im ersten Artikel des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) verankert. Ob die derzeitigen Strukturen der Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler dieser Zielsetzung gerecht werden, wird von der Landesschülervertretung Bayern e.V. in Frage gestellt.

Seit nun mehr 20 Jahren kämpft die Landesschülervertretung Bayern e.V. - ein Verein, der vom Kultusministerium nie anerkannt worden ist - um eine offizielle Schülervertretung auf Landesebene für alle Schularten. Bisher gab es Schülervertretungsstrukturen nur bis zur Bezirksebene - und das nicht einmal für alle Schularten. Seit 2005 hat sich Staatssekretär Karl Freller diesem Problem zugewandt und die Einführung eines Landesschülerrates ist mittlerweile ins Rollen gekommen.

Im Bildungsausschuss des bayerischen Landtags fand am 1. Februar eine Anhörung über das aktuelle Konzept des Kultusministeriums für einen Landesschülerrat statt.

Die Landesschülervertretung Bayern e.V. (LSV Bayern e.V.) begrüßt die Änderungen am neuen Konzept: Die finanziellen Mittel wurden erhöht und die Treffen der Landesschülerkonferenz finden nun zweimal pro Jahr (anstatt bisher alle zwei Jahre) statt. Doch die Pläne gehen der LSV Bayern e.V. nicht weit genug. Ann-Sophie Winter, 17 Jahre, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Bayern e.V. merkt an: "Was nützen 2 Treffen pro Jahr, wenn wir Schüler - die direkt Betroffenen der Bildungspolitik - nicht angehört werden und nicht aktiv bei bildungspolitischen Themen mitreden dürfen?" Zudem sei ein "Fördertopf" für die Stadt- und Kreisschülervertretungen unbedingt notwendig, um sie bei ihrem gemeinsamen Engagement Schüler zu unterstützen, so Winter weiter. "Es ist eine Bereicherung für den Schulalltag und geht über das bloße Lernen hinaus, wenn sich Schülerinnen und Schüler in der Schülervertretung engagieren. So kann Schule zu einem Lebensraum werden, an dem man sich gerne auch nach der regulären Unterrichtszeit aufhält."

In Schwaben läuft im Moment ein Modellversuch zum Landesschülerrat. Dieses Jahr gibt es dort Bezirksschülersprecher an allen weiterführenden Schularten. Diese treffen sich zweimal für den gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Es bleibt abzuwarten, ob das Kultusministerium die Forderungen der Landesschülervertretung Bayern e.V. im Konzept berücksichtigen wird oder weiterhin über die Meinung der SchülerInnen hinweggeht.


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