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Radikale Reformen sehen anders aus!

09.03.2007: Reformwünsche der Landesschülervertretung Bayern e.V. gehen weiter

Radikale Reformen sehen anders aus! Reformvorschläge der Landesschülervertretung gehen weiter

Unter der Überschrift "Ausruf zu radikaler Bildungsreform" zitierte die Süddeutsche Zeitung am 8. März 07 aus einem Gutachten des "Aktionsrat Bildung". Diese fordern unter anderem die Einführung eines zweigliedrigen Schulsystems, die Privatisierung der Schulen und eine Kindergartenpflicht aller Kinder ab 4 Jahren.

Doch ist die Forderung nach einem zweigliedrigen Schulsystem eine radikale Reform? "Es ist nicht wirklich ein Schritt in die richtige Richtung, die Zweiteilung in unserem Schulsystem zwischen den Gewinnern und den Verlierern zu festigen", ist sich Ann-Sophie Winter, Landesvorstand der Landesschülervertretung Bayern e.V., sicher. "Immerhin unterstützt auch UN-Sonderberichtserstatter Munoz die gleichen Forderungen wie wir. Über die Zukunft von 10-jährigen Kindern zu entscheiden, ist nicht gerechtfertigt. Das bringt uns der Chancengleichheit nicht im geringsten näher. Die Sortierwut unseres gegliederten Schulsystems muss abgeschafft werden. Wir brauchen eine Schule für alle. Wir brauchen Schulen, die alle Schülerinnen und Schüler individuell fordern und fördern. Wir müssen weg vom Frontalunterricht und hin zu individuellem Lernen." Man solle bis zur 9. Klasse gemeinsam lernen und Noten durch Feedbackbögen ersetzen. Die PISA-Studien sind zwar vielseitig interpretierbar, doch in einem sind sich alle einig: das deutsche Schulsystem ist extrem selektiv und es herrscht keine Chancengleichheit.

Unverständlich ist auch die Forderung, mehr Schulen unter freie Trägerschaft zu stellen. Welche Privatschule kümmert sich um Mitschülerinnen und Mitschüler, deren Eltern nicht so viel Geld haben? "Bildung ist keine Ware und darf nichts kosten. Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Doch das kann dann noch weniger als ohnehin schon gewährleistet werden.", stellt Winter weiter fest. "Die Zukunft eines Kindes darf nicht vom Geldbeutel seiner Eltern abhängen."

Auch am letzten Wochenende auf basis07, einem Kongress der Landesschülervertretung Bayern e.V., forderten 800 Schülerinnen und Schüler unter anderem eine gemeinsame Schule für alle und sprachen sich entschieden gegen eine Bildungsprivatisierung aus.

"Das Gutachten des Aktionsrat Bildung ist eines von vielen Beweisen für die Notwenigkeit einer Bildungsreform. Doch wie lange will und kann die CSU in Bayern noch warten, bis sie endlich zugibt, dass eine radikale Veränderung der Schulstruktur absolut notwendig ist? Wie viele PISA-Schocks braucht Bayern noch? Und ist es dann nicht vielleicht schon zu spät?", fragt sich Ann-Sophie Winter.


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