Pressemitteilung der LSV: "Pädagogisches Desaster zum Schuljahresbeginn"
Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern vom 13. September 2004 mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung
"Schulzeitverkürzung am Gymnasium: Landesschülervertretung sieht pädagogisches Desaster zum Schuljahresbeginn" - Schulreform zu Lasten der Schülerinnen und Schüler
Ab morgen werden die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe in Bayern zum Schuljahresbeginn das achtstufige Gymnasium (G8) besuchen. Die Landesschülervertretung (LSV) erneuerte aus diesem Anlass ihre scharfe Kritik an der Schulzeitverkürzung. "An vielen Schulen ist der Pflichtunterricht gerade so abgedeckt - Wahlunterricht und andere außerunterrichtliche Angebote sind eindeutig die Verlierer bei dieser überstürzten Reform", kommentiert Lorenz Seibl, Mitglied im Landesvorstand der LSV.
"In sämtlichen Diskussionen haben wir immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig Wahlkurse und Arbeitskreise zum einen für das Schulleben aber auf der anderen Seite eben auch zur Festigung von sozialen Kompetenzen für Schüler sind." so Seibl weiter. Fällt dieses Angebot ab Dienstag zum Großteil weg, sieht die LSV Schulen nun endgültig zu Paukanstalten verkommen. "Damit wären unsere Befürchtungen leider bestätigt" meint Seibl.
Im Gegensatz zur Unterversorgung mit Lehrern werden sich die Auswirkungen der hohen Belastung für die Schüler erst in den kommenden Jahren zeigen. "Auf dem Papier sieht das vielleicht nicht so schlimm aus - als Schüler weiß ich aber, dass 36 Wochenstunden einfach kaum machbar sind - schließlich kommen noch täglich bis zu zwei Stunden für Hausaufgaben und Vorbereitung dazu” so Seibl.
Abschließend erneuerte Seibl die Forderung der LSV nach einer grundsätzlichen Neustrukturierung des bayerischen Schulsystems. "Wir brauchen endlich eine Schule, in der es nicht ums aussortieren von schwächeren Schülern sondern um deren individuelle Förderung geht".

