Pressemitteilung der LSV: OECD-Report
Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern vom 15. September 2004 mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung
"Konsequenzen aus Bildungsstudie ziehen - Schüler fordern eine Schule für alle" - Landesschülervertretung zur neu entbrannten Debatte über das deutsche Schulsystem
Nach der Veröffentlichung des neusten OECD-Reports am Dienstag bringt sich die Landesschülervertretung Bayern (LSV) nun in die Diskussion ein. Vorstandsmitglied Lorenz Seibl kommentiert die Ergebnisse der Studie: "Dass Deutschland erneut so schlecht abschneidet zeigt für uns, dass es mit kleinen Korrekturen an unserem maroden Schulsystem nicht getan ist - Wir brauchen eine umfassende Schulstrukturreform um den nachfolgenden Generationen und damit unserem Land eine Zukunft zu sichern".
Die LSV spricht sich dabei für die Abschaffung des gegliederten Schulsystems aus. Seibl dazu: "Die Antwort auf die schlechten Ergebnisse ist aus unserer Sicht die Einführung einer Schule für alle Kinder, die sie viel länger als bisher gemeinsam besuchen. Leistungsschwächere Schüler sollen von leistungsstarken Schülern lernen, selbstbestimmt Unterrichtsmaterialien auswählen und so gemeinsam effektiver lernen".
Die ganze Lernkultur müsse sich verändern, so Seibl. "Damit Schule uns weiterbringt müssen Schüler aus Interesse lernen und nicht, um in der nächsten Schulaufgabe eine gute Note zu schreiben." Die LSV erneuert in diesem Zusammenhang auch ihre Forderung, das ungerechte und subjektive Instrument der Schulzensuren abzuschaffen. Seibl dazu: "Statt Noten gibt es längst viel praktikablere Feedbacksysteme. Diese ermöglichen eine gleichberechtigte Rückmeldung sowohl für den Schüler als auch für die Lehrkraft".
Abschließend verweist Seibl darauf, dass Schule nur dann erfolgreich verändert werden kann, wenn eine Reform von Eltern, Schülern und Lehrer gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträgern erarbeitet wird. "Denn Schüler und Lehrer wissen eben, wie es in der Schule aussieht - bei manchen Entscheidern in der Politik habe ich da so meine Zweifel".

