Abrechnung mit der Regierung zum internationalen Tag gegen Homophobie
Der 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie. Dies veranlasste die Landesschülervertretung Bayern e.V. sich mit diesem Problem und dessen Bekämpfung an bayerischen Schulen zu beschäftigen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind ernüchternd. Denn schwul oder lesbisch sein ist an bayerischen Schulen nach wie vor ein Skandal. Und dass, obwohl geschätzte 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler homosexuell sind.
Doch das Thema wird nicht nur tabuisiert und im Unterricht verschwiegen, auch die Diskriminierung homosexueller SchülerInnen ist alltäglich. Die Wörter "Schwuchtel" und "schwule Sau" sind normal im Sprachgebrauch und werden sogar von LehrerInnen benutzt. Ist einE SchülerIn geoutet, kann diese fast keinen ruhigen Tag mehr an der Schule verbringen. Kein Wunder also, dass die Selbstmordrate homosexueller Jugendlicher viermal höher ist als die der heterosexuellen Altersgenossen.
"Durch die fehlende Aufklärung über das Thema behindert die CSU die Persönlichkeitsentwicklung Homosexueller und fördert die Diskriminierung von Lesben und Schwulen", so Christian Ziebertz, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Bayern, "Wir erwarten von der Regierung, sich gleichermaßen um alle SchülerInnen zu sorgen. Diese Zurückhaltung bei Homosexualität ist für uns völlig unverständlich und lässt eine seltsame und intolerante Einstellung vermuten." Aus Sicht der Landesschülervertretung muss das Thema breit im Unterricht behandelt werden, um Vorurteile abzubauen und homosexuelle SchülerInnen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
Doch auch, nachdem das Kultusministerium auf dieses Problem aufmerksam gemacht wurde, tat sich nichts. So stellte die Grüne Landtagsfraktion vergangenes Jahr eine Anfrage an die Staatsregierung, doch die Antwort war ausweichend und ließ keinerlei Initiative erkennen. Beispielsweise auf die Frage, das Thema direkt und lebensnah im Unterricht zu behandeln, wurde dies als unnötig abgewiesen. "Wir fordern eine umfassende Gleichbehandlung von hetero- ,homo-, bi- und transsexuellen Lebensformen im Unterricht und in den Unterrichtsmaterialien. Außerdem muss an allen Schulen darauf geachtet werden, dass es zu keiner weiteren Diskriminierung kommt.", so Ziebertz, "Die Zeiten, in denen die Frauen noch nicht wählen durften und homosexuelle Handlungen strengstens bestraft wurden, sind in Deutschland eigentlich vorbei. Die CSU sollte mit ihren Weltanschauungen und Handlungen endlich im emanzipierten 21. Jahrhundert ankommen. Wir würden uns wünschen, wenn sich die Regierung im Rahmen ihrer Wertekampagne auch mit diesem Thema auseinander setzt."
Für weitere Fragen steht Ihnen Ann-Sophie Winter, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Bayern e.V. unter der Nummer 0174 700 42 85 zur Verfügung.

