Pressemitteilung der LSV: Abschaffung der Lernmittelfreiheit
"Sparwut der Staatsregierung zeigt sarkastische Züge" Landesschülervertretung kritisiert die geplante Abschaffung der Lernmittelfreiheit vehement
Auf große Empörung stieß die Meldung über die geplante Abschaffung der Lernmittelfreiheit bei den Schülerinnen und Schülern Bayerns. Lorenz Seibl, Mitglied im Vorstand der Landesschülervertretung Bayern (LSV), nannte die für das Schuljahr 2005/2006 angesetzte Abschaffung "unverantwortlich". In keinem anderen Land hänge der Bildungserfolg von Kindern so stark von ihrer sozialen Herkunft ab wie in Deutschland, kritisierte Seibl. "Aus eiskalter Berechnung heraus ein Herzstück des Sozialstaates zu amputieren, kann man nur als unsozial bezeichnen", so Seibl weiter.
Die Regierung spare nicht für - sondern gegen die nächsten Generationen, so Seibl weiter. Die geplante "Sozialkomponente" bei der Abschaffung der Lernmittelfreiheit nannte Seibl "reine Makulatur". "Beim freien Zugang zu Bildung dürfen keine Abstriche gemacht werden, handelt es sich bei Bildung doch um ein Grundrecht", so LSV-Vorstand Seibl weiter. Dieses Grundrecht sei heutzutage ohnehin schon stark eingeschränkt, da die Familien bereits für Atlanten, Klassenfahrten und sonstige Notwendigkeiten zahlen müssten.
Interessant in diesem Zusammenhang sei auch eine Pressemitteilung der CSU-Landtagsfraktion vom 5. Januar, in der Fraktionschef Joachim Herrmann bei der Lernmittelfreiheit noch lieber "gründlich nachdenken" als sie "voreilig abschaffen" will. "Anscheinend ist es dann nicht mehr voreilig, wenn nach acht Monaten die Abschaffung der Lernmittelfreiheit wieder aus dem Nähkästchen geholt wird", so Seibl weiter. Aber diese Patenthalse der Staatsregierung sei fast abzusehen gewesen.
"Die Bildungsausgaben in Deutschland sind bereits jetzt im internationalen Vergleich äußerst niedrig. Jeder Versuch, den nachfolgenden Generationen zu dienen, indem Bildungsausgaben noch weiter gekürzt werden, kann nur als zynisch bezeichnet werden. Im Gegenteil ist eine umfassende Erhöhung der Ausgaben für die Bildung notwendig", so Lorenz Seibl abschließend.

