Aktuelle Pressemitteilung der LSV: "In Bayern scheitert das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung"
"In Bayern scheitert das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung"
Umfrage der Landesschülervertretung Bayern (LSV) an werdenden Ganztagsschulen mit erschreckenden Ergebnissen: SchülerInnen werden nicht einbezogen und nicht informiert. Informationsfluss der Bundesregierung ist effektiver als der der eigenen Schulleitung. Dringender Handlungsbedarf angemahnt.
Noch zur Zwischenbilanz des Investitionsprogramms "Zukunft Bildung & Betreuung" lobte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn ausdrücklich die "intensive Einbeziehung von Eltern und Schülern"[1].
Allerdings gibt das Ergebnis einer von der LSV initiierten Umfrage unter den SchülervertreterInnen der bayerischen Schulen, die in der ersten Vergaberunde Gelder aus dem Programm abgerufen haben, sehr zu denken: Weniger als jede(r) dritte SchülersprecherIn weiß, dass seine/ihre Schule Ganztagsschule[2] wird und die Schulen, an denen die SchülerInnenvertretung in die Entscheidung über die Verwendung der Mittel mit einbezogen wurden, sind an einer Hand abzuzählen.
"Damit wird eine große Chance verpasst, die das bisher teuerste Schulentwicklungsprogramm in Deutschland hätte bieten können. Denn eine neue Lernkultur fängt damit an, dass SchülerInnen gefragt und ihre Interessen auch wirklich berücksichtigt werden.", bedauert Vincent Steinl, Vorstandsmitglied der LSV und selbst Schülersprecher einer werdenden Ganztagsschule. Die Ergebnisse der Umfrage bedeuten Hausaufgaben für die bayerische Staatsregierung: In der zweiten Vergaberunde muss sowohl durch die DirektorInnen an den Schulen als auch durch die Regierung sichergestellt werden, dass SchülerInnen und ihre Interessen in die Entscheidungen mit einbezogen werden.
? [1]Pressemitteilung 215/2004 des Bundesministerium für Bildung und Forschung vom29. September 2004: Zwischenbilanz zum Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung
[2]Definition: "Ganztagsschulen bieten an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot. An diesen Tagen wird ein Mittagessen bereitgestellt." Quelle: Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz vom 09. Januar 2004

