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Pressemitteilung der LSV: "Minimale Verbesserungen täuschen über wachsende Probleme hinweg" PISA 2003

7. Dezember 2004 Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung

"Minimale Verbesserungen täuschen über wachsende Probleme hinweg" Landesschülervertretung Bayern zur neu veröffentlichten Studie der OECD

Mit gesteigerter Besorgnis nahm die Landesschülervertretung Bayern (LSV) die am heutigen Montag veröffentlichten Ergebnisse der neuen PISA-Studie auf. Dabei sah sie sich in ihren bildungspolitischen Forderungen bestätigt. So bergen die marginalen Verbesserungen in den verschiedenen Länderrankings die Gefahr, die Ergebnisse der neuen OECD-Studie als Erfolg zu werten. "Denn kein Punktsieg ist lobenswert, wenn dabei nicht alle mitgenommen werden", kommentierte heute Lorenz Seibl, Mitglied im Landesvorstand, die Veröffentlichungen.

Die Vertreter von Bayerns Schülerinnen und Schüler relativierten die minimalen Verbesserungen im Ländervergleich. Diese geringen Schwankungen könnten nicht als Erfolg für irgendwelche Reformen gewertet werden. Gleichzeitig beschleunige sich ein erschreckender Trend: in Deutschland hängt der Bildungserfolg mehr und mehr vom sozialen Hintergrund ab. "Somit ist die Schullaufbahn eines Kindes praktisch unüberwindbar damit gekoppelt, wie viel der Geldbeutel der Eltern hergibt", so Seibl. Die frühe Aufteilung der Kinder in Hauptschule, Realschule und Gymnasium komme einer Einteilung in soziale Schienen gleich. "Dass dieser Trend nicht abnimmt, sondern sich verschlimmert, offenbart die wirklichen Schwächen unseres Bildungssystems", so Seibl weiter. Hier müsse sich speziell Bayern an die eigene Nase fassen, denn in den Regionen mit den größten Leistungssteigerungen seien gleichzeitig die sozialen Unterschiede am deutlichsten.

Für die LSV gehen die bereits in Angriff genommenen Schulreformen noch nicht den richtigen Weg. "PISA 2000 hat zu wenig Wirkung gezeigt. Um wirkliche Verbesserungen zu erreichen, muss mutiger an Reformen herangegangen werden", sagte Lorenz Seibl. Das gegliederte Schulsystem ist ein Auslaufmodell und muss schnellstens durch eine integrative Schule ersetzt werden, in der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen. Hierdurch würden soziale Ungerechtigkeiten vermieden. Außerdem ist nur dort echte individuelle Förderung möglich, weil dann keine Abschiebemöglichkeiten nach unten mehr bestehen. Schließlich muss das Lernen selbstbestimmter und partnerschaftlicher werden.

Hierzu wiederholte die LSV ihre Forderung nach der flächendeckenden Einführung von echten Ganztagsschulen. "Unsere Vorstellung von Ganztagsschule heißt rhythmisierter Unterricht mit modernen Lernmethoden sowie eine Schule, die zum Lebensraum wird.", so Seibl. Halbherzige Ganztagsangebote ohne pädagogisches Konzept zur Abschöpfung von Bundesmitteln kritisierte er scharf. Darüber hinaus kündigte er eine weitere Bündelung der Kräfte im "Eine Schule für Alle"-Bündnis an, in dem sich die LSV zusammen mit Eltern- und Lehrerverbänden engagiert. "PISA weist uns den Weg: wir Schülerinnen und Schüler wollen länger gemeinsam lernen - an einem Ort, den wir zu unserer Schule machen können", so Seibl abschließend.


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