Pressemitteilung der LSV: "Siegfried Schneider muss es anpacken!"
Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern e.V. mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung
"Siegfried Schneider muss es anpacken - Bayerns Schülerinnen und Schüler stellen hohe Erwartungen an neuen Kultusminister"
Die Landesschülervertretung Bayern (LSV) gratuliert Kultusminister Siegfried Schneider zu seinem neuen Amt. "Mit unseren Glückwünschen geht jedoch auch die Aufforderung an den neuen Schulminister einher, endlich grundlegende Reformen im bayrischen Schulwesen umzusetzen", meint Anna Metzker, Mitglied im Landesvorstand der LSV.
"Das gegliederte bayerische Schulsystem ist - trotz seiner teilweise auch innovativen Unterrichtsprojekte - sozial ungerecht. Kinder aus einkommensschwachen Familien haben durch die Auslese nach der 4. Klasse nur geringe Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, auch wenn sie dazu durchaus fähig wären" fährt Metzker fort. Die bayerischen Schüler wünschen sich eine verlängerte gemeinsame Schulzeit, mindestens jedoch bis zum ersten Abschluss. "Lernen funktioniert auch in heterogenen Gruppen; dies zeigt nicht nur das skandinavische Schulsystem, sondern auch unser Schülerkongress "basis'05", der im März 2005 stattfand", ergänzt Metzker.
Das Problem der sozialen Ungerechtigkeit werde zudem durch die Einführung des Büchergeldes und von Studiengebühren nur weiter verschärft: "PISA ist vielfältig interpretierbar - die Studie hat aber leider eindrucksvoll bewiesen, dass er Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu einem gravierendem Problem geworden ist - und Büchergeld und Studiengebühren treten diesem Problem nicht entgegen! Im Gegenteil: Die Einführung solcher Kosten sei ein erster Schritt hin zur völligen Abschaffung der Lernmittelfreiheit", führt Metzker weiter aus.
"Gerade deshalb blicken wir der Zusammenarbeit mit Herrn Minister Schneider positiv entgegen. Er hat sich während seiner Position als bildungspolitischer Sprecher der CSU für eine längere gemeinsame Grundschulzeit ausgesprochen und die Arbeit der LSV in der Vergangenheit auch durch seine Anwesenheit auf unseren "basis"-Kongressen gewürdigt."

