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Siegfried Schneider verdreht die Tatsachen - LSV fordert eine Schule für alle!

28.04.2005 Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern e.V. mit der freundlichen Bitte um Berücksichtigung

Siegfried Schneider verdreht die Tatsachen - LSV-Forderung nach "einer Schule für alle" muss durchgesetzt werden

Die Landesschülervertretung Bayern (LSV) kommentiert den Auftritt von Kultusminister Schneider im Magazin "Zeitspiegel" (27. April 2005, 21.20 Uhr, Bayerisches Fernsehen). Die LSV hatte in der Sendung die Einführung einer Schule für alle gefordert. Raphaela Schweiger, Bezirksschülersprecherin für Oberbayern-Ost dazu: "Herr Schneider und die bayerischen Spitzenpolitiker verkennen die Chancen, die ein integratives Schulsystem birgt. Neben einer gezielten individuellen Förderung für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht eine Schule für alle zudem, den dramatischen Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialem Hintergrund zu überwinden".

Die LSV fordert in ihrem Grundsatzprogramm die Abschaffung des gegliederten Schulsystems zu Gunsten einer Schule für alle. Danach soll es nur noch eine Schulform geben, die alle Schüler bis zum ersten Abschluss gemeinsam besuchen. "Die Selektion nach der vierten Klasse, wie sie derzeit im bayerischen Schulwesen praktiziert wird, ist sozial ungerecht: Kinder aus Akademikerfamilien haben 10-fach mehr Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, als beispielsweise ein Kind aus der Familie eines Handwerkers" führt Schweiger weiter aus. "Chancengleichheit - die gibt es vielleicht auf dem Papier, die Praxis sieht anders aus" ergänzt die Bezirksschülersprecherin.

"Die Argumentation von Minister Schneider gegen die Einführung einer Schule für alle ist für uns nicht stichhaltig. Wenn Herr Schneider mit den Ergebnissen von PISA und dem dortigen schlechten Abschneiden von deutschen Gesamtschulen argumentiert, muss er erkennen, dass wir uns eine Schule für alle nicht als eine Alternative im gegliederten Schulwesen wünschen, sondern als einen gemeinsamen Lebensraum Schule für alle Schülerinnen und Schüler - unabhängig von sozialer Herkunft und Bildungsstand der Eltern" meint Schweiger abschließend.

Die Landesschülervertretung hat zusammen mit dem Bayerischen Elternverband (BEV) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Kampagne "Eine Schule für alle" ins Leben gerufen. Das Bündnis stellt sich am morgigen Freitag (29. April 2005) um 10.30 Uhr im Presseclub München e.V. erstmalig der Öffentlichkeit vor.

Bei Rückfragen steht Ihnen Anna Metzker, Landesvorstandsmitglied, gerne unter der Nummer 0178-3216489 zur Verfügung.

Die Landesschülervertretung Bayern e.V. ist die landesweite Vereinigung der 16 bayerischen Bezirksschülersprecher und Bezirksschülersprecherinnen. Diese gibt es leider nur für Gymnasien, die Schaffung von Interessenvertretungsstrukturen für alle Schularten ist deshalb eines unserer zentralen Anliegen.

Die LSV e.V. wurde vor zwanzig Jahren von den damaligen BezirksschülersprecherInnen gegründet und bis heute nicht - wie in anderen Bundesländern der Fall - gesetzlich verankert und mit Rechten und Finanzen ausgestattet. Es gab Anfang der Neunziger sogar Bemühungen seitens des Kultusministeriums, die LSV aus dem Vereinsregister zu streichen. Dies konnte glücklicherweise verhindert werden.


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