Pressemitteilung zu der Rede von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber
06.02.2003: Landesschülervertretung warnt vor Rückschritt im Bildungssystem/ "Pläne der Staatsregierung sind ein pädagogisches Desaster"
Landesschülervertretung warnt vor Rückschritt im Bildungssystem/ "Pläne der Staatsregierung sind ein pädagogisches Desaster"
Mit Entsetzen nahm die Landesschülervertretung Bayern (LSV) die Pläne der Staatsregierung im Bildungsbereich auf. In der Regierungserklärung am vergangenen Mittwoch kündigte Stoiber an, Notengebung bereits vor der 3. Klasse einzuführen, Kopfnoten wieder einzuführen, sowie die Möglichkeit zu schaffen, die Schulpflicht schwieriger Schüler vorzeitig zu beenden. "Diese Vorhaben sind ein pädagogisches Desaster und gerade nach den Erfahrungen mit PISA und Erfurt vollkommen fehl am Platze.", meint dazu Sonya Popa-Henning, Mitglied des Landesvorstands der LSV Bayern.
Es könne nicht sein, dass man schwierige Schüler einfach auf die Straße setzen kann, anstatt pädagogisch sinnvolle Methoden und psychologische Hilfe anzubieten. So nehme man ihnen jegliche Zukunftsperspektive, so Popa-Henning weiter. Auch für die Wiedereinführung der Kopfnote hat die LSV nicht das geringste Verständnis. "Warum versucht man, sich dem Erziehungsauftrag zu entziehen und weicht auf Disziplinierungsmaßnahmen aus? Soziale Kompetenzen können nicht durch Bewertung erzwungen werden, sondern müssen erst einmal vermittelt werden." bemängelt Popa-Henning den Plan der Staatsregierung.
Schüler dürfen nicht noch weiter eingeschränkt werden, vielmehr sollte man Schüler individuell fördern und betreuen und ihnen Mitsprache in schulischen Angelegenheiten zugestehen. Die LSV warnt davor, den Schüler als Objekt zu betrachten, das erzogen und diszipliniert werden muss. "Der Hunger nach Bildung ist uns nicht vergangen, nur die bayerische Bildungspolitik haben wir satt", so Popa-Henning abschließend.

