Pressemitteilung der LSV: "PISA-Interpretation des Kultusministeriums ist schräger als der schiefe Turm"
14.07.2005:
Pressemitteilung der Landesschülervertretung Bayern
"PISA-Interpretation des Kultusministeriums ist schräger als der schiefe Turm" - Landesschülervertretung kommentiert Veröffentlichung der PISA-E-Ergebnisse
Die gestern veröffentlichten Ergebnisse des nationalen Schulvergleichstests (PISA-E) kommentiert Raphaela Schweiger, Mitglied im Landesvorstand der Landesschülervertretung (LSV): "Zwar liegt Bayern im nationalen vergleich vorne, doch das bedeutet nichts. Denn vergleicht man Bayern mit anderen Ländern, liegt es nur im Mittelfeld. Jedoch in einem Punkt sind wir an der Spitze: Unser Bildungssystem so selektiv und sozial ungerecht wie kein anderes. Nirgends hängt der Bildungserfolg so stark vom sozialen und finanziellen Hintergrund des Elternhauses ab. Nirgends ist das Schulsystem so undurchlässig und ungerecht wie in Bayern. Nirgends werden Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern so stark von Schule und Politik unterdrückt und missachtet."
"Die Darstellung von Siegfried Schneider, dass Bayerns Schülerinnen und Schüler spitze seien, ist schief. Mindestens so schräg wie der schiefe Turm von PISA," meint Schweiger weiter.
"Überall auf der Welt - außer in Deutschland, in Österreich und einigen Kantonen der Schweiz - gehen alle Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam in eine Schule," fährt Schweiger fort. "Deshalb brauchen auch wir, um an die internationale Konkurrenz anschließen zu können eine Schule für alle Kinder, und nicht drei oder vier ungleichwertige Schularten, durch die Kinder und Jugendliche ungleichwertig gemacht werden", meint die Schülervertreterin.
"In einer gemeinsamen Schule für alle, in der alle Schülerinnen und Schüler bis zum ersten Abschluss eine gemeinsame Schule besuchen, haben wir die Chance, jedem und jeder gleiche Rechte einzuräumen und nicht nach der sozialen Frage zu selektieren. Lehrkräfte können Schülerinnen und Schüler nicht einfach mehr abschieben, wenn sie "dem Maß" nicht mehr entsprechen, wie das derzeit geschieht. Jede Schülerin und jeder Schüler wird wahrgenommen und kann so nach den individuellen Stärken und Schwächen gefördert und in die Schule integriert werden," meint Schweiger schließlich.
Abschließend meint sie: "Wir dürfen Schule nicht mehr als Paukanstalt sehen und erleben, sondern Schule soll der prägende Lebensraum für uns Schülerinnen und Schüler sein, in dem wir ja schließlich auch einen sehr entscheidenden Teil unseres Lebens verbringen. Auf die derzeitige Situation können wir allerdings nicht besonders stolz sein."
Bei Rückfragen erreichen Sie Raphaela Schweiger unter 0160/1502491
Über die Landesschülervertretung Bayern
Die Landesschülervertretung Bayern e.V. ist die landesweite Vereinigung der 16 bayerischen Bezirksschülersprecherinnen und Bezirksschülersprecher. Diese gibt es leider nur für Gymnasien. Die Schaffung von Interessenvertretungsstrukturen für alle Schularten ist deshalb eines unserer zentralen Anliegen. Die LSVe.V. wurde vor zwanzig Jahren von den damaligen BezirksschülersprecherInnen gegründet und bis heute nicht - wie in anderen Bundesländern der Fall - gesetzlich verankert und mit Rechten und Finanzen ausgestattet. Es gab Anfang der Neunziger sogar Bemühungen seitens des Kultusministeriums, die LSV aus dem Vereinsregister zu streichen. Dies konnte glücklicherweise verhindert werden.
Kontakt
Raphaela Schweiger
Vorstandsmitglied der LSV Bayern
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Landesschülervertretung Bayern
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