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Mittelbayerische Zeitung 24.02.03

24.02.2003: Hauptschüler wollen endlich mitreden

600 junge Leute reden über Mitbestimmung an Schulen / Kongress rasch ausgebucht

REGENSBURG. Mitbestimmung heißt das Zauberwort, mit dem engagierte Schülerinnen und Schüler seit Jahren mehr Einfluss auf die Bildungspolitik fordern. Von 14. -16. März diskutieren über 600 Schüler aus ganz Bayern an der Universität über ihre gemeinsamen Probleme und Möglichkeiten.

Das Bayerische SchülerInnen Symposium 2003 (kurz: basis’03) fand bereits 1998 und 2001 statt. Beim dritten Treffen sollen die Ergebnisse der ersten beiden Kongresse vertieft und vor allem für die Belange der Haupt-und Realschulen, die dieses Jahr zum ersten Mal teilnehmen, erweitert werden.
In Haupt und Realschulen sieht es bei der Schüler-Mit-Vertretung (SMV) noch ziemlich düster aus. Gymnasiasten dürfen in jedem Schulaufsichtsbezirk zwei Bezirksschülersprecher wählen. Die 16 bayerischen Schülervertreter treffen sich zweimal im Jahr mit acht vom Kultusministerium ausgewählten Lehrern und sprechen Empfehlungen an das Kultusministerium aus.
Schülersprecher der Realschulen hingegen treffen sich nur innerhalb ihres Bezirks und haben so gut wie keinen Kontakt mit dem Ministerium. Und an vielen Hauptschulen wird nicht mal ein Schülerausschuss gewählt. Die Schüler können sich mit schulischen Problemen nirgends hin wenden - eine Situation, in der basis Abhilfe schaffen will. "Gemeinsam sind wir stark," stellt Benedikt Glatzl von der Landesschülervertretung überzeugt fest. "Wir wollen zeigen, dass Schüler aller Schularten daran interessiert sind, Schule zu verändern und nicht nur ein zu erziehendes Objekt darstellen."
Am Interesse der Schüler besteht kein Zweifel. Die 600 Teilnehmerplätze für das Treffen Mitte März waren im Nu ausgebucht. Den Löwenanteil bilden weiterhin die SMV-erfahrenen Gymnasiasten. "Deshalb freuen wir uns natürlich besonders über die 98 Hauptschüler, die dieses Jahr mitmachen," so Glatzl, der sich in diesem Jahr auf sein Abitur vorbereitet. Auch 48 Realschüler sind voller Eifer dabei. In den Arbeitskreisen der Tagung sollen die Schüler bunt durchgemischt werden und so gemeinsam allgemein gültige Lösungen in den Bereichen "SMV Konkret" und "Schulinnovation" finden. Außerdem kommen alle Teilnehmer regelmäßig zu Diskussionsrunden zusammen.
Den Schülern ist dabei durchaus bewusst, dass sich ihre Ideen nicht so ohne weiteres in die Tat umsetzen lassen.
Benedikt Glatzl: "Bildungspolitik ist ein langwieriges Geschäft. Wir arbeiten für die nächsten Schüler-Generationen."


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