Für intensiveren Austausch mit dem Nachbarland Frankreich
06.12.2001: Gespräch der Kultusministerkonferenz mit Ministerpräsident Beck, über zentrale Fragen der deutsch-französischen Kulturzusammenarbeit
Bonn. Im Rahmen ihrer 296. Plenarsitzung am 05./06. Dezember 2001 erörterte die Kultusministerkonferenz mit dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Beck, zentrale Themen aus den Bereichen Schule und berufliche Bildung.
Angesichts der stagnierenden Zahl der Französisch lernenden Schülerinnen und Schüler in Deutschland und des Rückgangs der Zahl derer, die in Frankreich Deutsch lernen, stimmen die Kultusministerkonferenz und der Bevollmächtigte darin überein, durch verschiedene konkrete Schritte dieser Tendenz entgegenzuwirken. Vor dem Hintergrund des Anliegens des "Europäischen Jahrs der Sprachen 2001", jede Bürgerin und jeder Bürger Europas sollte zwei lebende Sprachen außer der Muttersprache sprechen, haben die Gesprächspartner die Bedeutung des Erlernens der französischen Sprache in einem zusammenwachsenden Europa unterstrichen.
Dabei gelte es, die besonderen Beziehungen, die zum Nachbarland Frankreich bestehen, auf möglichst breite Bevölkerungsschichten auszudehnen und auf diese Weise weitere Impulse in dieser Hinsicht zu geben. In diesem Zusammenhang dankte der Bevollmächtigte den Kultusministerinnen und -ministern für ihr Engagement in Bezug auf die zahlreichen Austausch- und Kooperationsprogramme auf verschiedenen Ebenen.
Der Schüler- und auch Lehreraustausch beider Länder ist u.a. davon gekennzeichnet, dass die Nachfrage auf deutscher Seite zum Teil wesentlich über der der französischen Seite liegt. Da dies möglicherweise an Mobilitätshindernissen im Partnerland liegt, hat die Kultusministerkonferenz den Bevollmächtigten gebeten, mit der französischen Seite zu sprechen.
Darüber hinaus streben die Länder auch für Jugendliche und Erwachsene in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eine Intensivierung des Austausches und eine gemeinsame Erklärung über die wechselseitige Anerkennung von Abschlüssen in der dualen Ausbildung und dem Baccalauréat Professionel an.
Insgesamt sagte der Bevollmächtigte zu, dass er die Anliegen der Kultusministerkonferenz unterstützen und an die französische Seite herantragen werde.

