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Bayerischer Philologenverband

28.02.2002: Neukonzeption einer spezifischen Gymnasialpädagogik dringend erforderlich

Als großen Erfolg des gemeinsamen Bemühens um eine stärkere Ausrichtung der pädagogischen Ausbildung der Studenten an den spezifischen Anforderungen des Gymnasiums bezeichnete der Vorsitzende des Bayrischen Philologenverbandes, Max Schmidt, die Einrichtung einer C-3-Professur für Gymnasialpädagogik an der Universität Würzburg. Anlässlich der Präsentation der Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung "Eigene Pädagogik am Gymnasium?" betonte er, dass die im Sommersemester 2000 gehaltenen Referate der Erkenntnis in Politik und Wissenschaft den Boden bereitet hätten, dass die Entwicklung einer eigenständigen Gymnasialpädagogik eine zentrale Herausforderung der zukünftigen Lehrerbildung sei. Dabei dankte Schmidt alle Persönlichkeiten, die zu diesem Erfolg und zum Zustandekommen dieser Ringvorlesung maßgeblich beigetragen hätten, insbesondere dem Präsidenten der Universität Würzburg, Prof. Dr. Theodor Berchem, dem Landtagsabgeordneten Dr. Eykmann, Prof. Dr. Winfried Böhm, dem BPV-Ehrenvorsitzenden Rainer Rupp, dem BPV-Ehrenvorsitzenden des Bezirks Unterfrankens, Dr. Helmut Winter und seinem Nachfolger als Bezirksvorsitzenden, Heiner Ratsch. Dem bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Hans Zehetmair dankte er vor allem für die Zusage der Regierung, die notwendigen finanziellen Mittel für die nächsten 5 Jahre befristete Einrichtung eines entsprechenden Lehrstuhls bereitzustellen. Er äußerte die Erwartung, dass in naher Zukunft auch andere deutsche Universitäten dem Vorbild der Universität Würzburg folgen und gymnasialpädagogische Lehrstühle einrichten werden. Der Präsident der Universität Würzburg, Prof. Dr. Berchem, bezeichnet es als Anliegen der Ringvorlesung, eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Hochschule in die Wege zu leiten, eine konstruktivere Vermittlung von Theorie und Praxis zu ermöglichen und damit zu einer Verbesserung des gymnasialen Lehramtsstudiums beizutragen. Durch die insgesamt zehn Vorträge sei es gelungen, eine breite öffentliche Aufmerksamkeit auf die Gymnasialpädagogik zu lenken. Dies sei die Voraussetzung dafür, ihr einen angemessenen Platz in der allgemeinen Pädagogik zu verschaffen.

Dr. Walter Eykmann, MdL, erinnerte daran, dass das Gymnasium nach Humboldt das Ziel verfolge, duch die individuelle Bildung der Menschen einen Beitrag zur Humanisierung der Menschheit zu leisten. In dieser Tradition stehe letzlich auch die nunmehr der Öffentlichkeit in Buchform präsentierte Ringvorlesung mit ihrem Versuch, die Diskussion über die für die menschliche Bildung ebenso zentrale wie unerlässliche Stellung des Gymnasiums und sein Eigenprofil neu anzustoßen.

Als Auslöser seiner Bemühungen um die stärkere Ausrichtung des Lehramtsstudiums von Gymnasiallehrern an den spezifischen pädagogischen Anforderungen des Gymnasiums bezeichnete der BPV-Ehrenvorsitzende Rainerc Rupp eine vom BPV im Jahre 1999 durchgeführte Umfrage unter Referendaren, die ergeben hatte, dass 88% der angehenden Junglehrer mit der pädagogischen Vorbereitung auf ihren Beruf höchst unzufrieden sind. Ein Blick in die Vorlesungsverzeichnisse bestätige dies, denn spezifische Angebote an pädagogischen Lehrveranstaltungen für zukünftige Gymnasiallehrer suche man meist vergebens. Dies sei umso bedauerlicher, da dass Gymnasium die einzige Schulart sei, die junge Menschen als Kinder übernehme und als Erwachsene entlasse, woraus sich vielfältigste Motivations-, Legitimations- und Autoritätsprobleme ergäben. Insgesamt untersteiche diese Ringvorlesung zudem eindrucksvoll die Notwendigkeit einer stärkeren, für beide Seiten fruchtbaren Kooperation zwischen Gymnasium und Hochschule. Sie habe nicht nur einen wichtigen theoretischen Beitrag zur Verbesserung der pädagogischen Bildung geliefert, sondern mit dem Folgeergebnis der Einrichtung eines gymnasialpädagogischen Lehrstuhls auch einen wichtigen praktischen Erfolg ermöglicht.


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