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Interview mit Johannes Vix

16.01.2008: Bezirksschülersprecher für die FOS/BOS Nordbayerns

Gespräch mit Johannes Vix, Bezirksschülersprecher für die FOS/BOSen Nordbayerns.

Der Bezirksschülersprecher Johannes Vix ist Schülersprecher der staatlichen Fach- und Berufsoberschule in Triesdorf bei Weidenbach. Im November vergangenen Jahres nahm er an der Bezirksaussprachetagung teil und wurde dort von den 1. SchülersprecherInnen der nordbayerischen FOS/BOSen zu deren Bezirksschülersprecher gewählt.

Er ist schon seit langen Mitglied der Ansbacher Stadtschülervertretung BASS e.V.(dem Bündniss Ansbacher Schülerinnen und Schüler), bei der er sich unter anderem sehr für die Einführung eines Jugendparlamentes in Ansbach engagiert.

Wir haben mit Johannes Vix, 21 Jahre, Schüler, Bezirksschülersprecher für die FOS/BOS gesprochen.

LSV Bayern: Seit wann bist du Bezirksschülersprecher? Und wie kam es dazu?

Johannes Vix: Ich bin Bezirksschülersprecher seit der Bezirksaussprachetagung im November, welche in Nürnberg stattfand. Eigentlich hatten wir SchülersprecherInnen kaum Zeit uns richtig kennenzulernen, da es für die FOS/BOSen, im Gegensatz zu den Gymnasien, nur einen Tag Zeit für diese Tagung gibt. Eigentlich wollte ich mich gar nicht aufstellen lassen, aber nachdem ich erfuhr, dass kein anderer Schülersprecher etwas von SV Strukturen ausserhalb der SMV an der eigenen Schule wusste, wollte ich daran etwas ändern und ließ mich aufstellen.

LSV Bayern: Für was setzt du dich ein? Und auf welche Art und Weise?

Johannes Vix: Auf dieser Tagung habe ich den SchülersprecherInnen bei meiner Vorstellung mitgeteilt, dass ich versuchen möchte die FOS/BOSen Nordbayerns an die schon bestehenden Netzwerke der Schülervertretung, wie der Landesschülervereinigung, heranführen und auch die einzelnen SchülersprecherInnen miteinander zu verknüpfen, damit man gemeinsam mehr erreichen kann. Dazu habe ich zuallererst einen E-Mail-Verteiler für meinen Bezirk erstellt, so dass die SchülersprecherInnen nun die Möglichkeit haben, sich untereinander auszutauschen, und ich Ihnen auch Informationen über die Lage ausserhalb unseres Bezirks weiterleiten kann.

LSV Bayern: Wer unterstützt dich?

Johannes Vix: Johannes Vix: Meine größten Unterstützer sind wohl meine Eltern, welche mir auch leider finanziell unter die Arme greifen müssen, da eine Auslagenrückerstattung bisher lediglich für die gymnasialen BezirksschülersprecherInnen vorgesehen war und man schließlich auch erst einmal Bargeld für Tickets oder Ähnliches braucht. Ich hoffe das der LSR viele Verbesserungen schaffen kann.

LSV Bayern: Was ist deine Motivation?

Johannes Vix: Ein einschneidendes Erlebnis war für mich, den Film "Treibhäuser der Zukunft - Wie Schulen in Deutschland gelingen" von Reinhard Kahl zu sehen. Dort wurden Schulen vorgestellt, welche in Deutschland wirklich existieren und im Gegensatz zu dem bayerischen Schulsystem ganz anders sind. Am besten lassen sich diese als "rhytmisierte Ganztagsschule" betiteln. Danach war es für mich eine richtige Qual, mich jeden Morgen in den vierten Stock meiner Schule zu schleifen, weil ich kennengelernt hatte, wie toll Schule eigentlich sein kann und wie schlimm es wirklich um das bayerische Schulsystem steht. Das frustrierte mich extrem und ich wollte unbedingt aktiv etwas daran verändern.

LSV Bayern: Was wünschst du dir für den LSR/LSK? Gibt es Fernziele?

Johannes Vix: Für den LSR bzw. die LSK wünsche ich mir einen guten Start ins erste Jahr als anerkannte Schülervertretung. Dazu gehört für mich auch, dass die vorhergangenen Differenzen, ich hoffe immer noch, dass es eigentlich Missverständnisse waren, mit dem Kultusministerium geklärt werden können. So dass dann von einer positiven Basis aus effektiv zusammengearbeitet werden kann. Ein Fernziel für mich ist, dass die Konzepte des LSR's und der LSK so weit verbessert werden, dass kein Verein wie die LSV mehr benötigt wird, da alle weiteren nötigen Verbesserungen am Schulsystem problemlos von der LSK, sowie vom LSR in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium erfolgen.

LSV Bayern: Welche Defizite siehst du als Schüler in der politischen Bildung im Bereich der Schule?

Johannes Vix: Es ist eigentlich ganz einfach. Man kann politische Bildung nicht nur via Frontalunterricht gelehrt bekommen, man muss sie erfahren! Nur wenn man SchülerInnen erfahren lässt, was es heißt, demokratisch zu leben und zu handeln, werden sie auch zu den aktiven Bürgern, die Deutschland dringend braucht. Die Politikverdrossenheit kommt nicht von irgendwoher, denn jeder Mensch wird von seinen Erfahrungen geprägt. Wo ist denn ein Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht für SchülerInnen in der Schule oder ganz allgemein in Angelegenheiten, welche sie selbst betreffen? Die LSV musste 25 Jahre lang kämpfen, damit es eine anerkannte Schülervertretung in Bayern gibt. Wie frustriert müssen die Generationen von SchülerInnen gewesen sein, welche sich jahrelang dafür eingesetzt hatten und es immer noch nicht geschafft hatten, als sie die Schule wieder verließen. Politische Bildung fängt für mich schon und auch vor allem in der Schule an. Man muss den SchülerInnen zeigen, dass wenn sie sich für etwas einsetzen, sie dann auch etwas verändern können und das nicht erst nach 25 Jahren!

LSV Bayern: Johannes, wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Ann-Sophie Winter


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