Schülerkongress in Regensburg
17.03.2003: Eine Sechs-Punkte-Resolution fordert bessere Mitwirkungsrechte
REGENSBURG
(ddp) — Die bayerischen Schülervertretungen wollen sich aus der Bevormundung
durch Kultusministerium und Schulen befreien.
Über 700 Teilnehmer des dreitägigen Schülerkongresses "basis 03" in
Regensburg verabschiedeten einstimmig eine Resolution, die für echte
Mitwirkungsrechte an den Schulen eintritt. Auch in Bayern müssten die Schülervertretungen
endlich anerkannt und gesetzlich verankert werden. "Unser Wille, die Missstände
zu bekämpfen, ist stark wie nie", sagte die Vorsitzende der Landesschülervertretung
(LSV), Sonya Popa-Henning, zum Abschluss der Tagung.
In dem Sechs-Punkte-Papier treten die Unterzeichner für eine anerkannte und
unabhängige Landesschülervertretung aller Schularten ein. Bayern dürfe auf
diesem Gebiet nicht länger Entwicklungsland bleiben. "Wir wollen nicht mehr
fremdbestimmt werden", sagte Popa-Henning. Es sei "unannehmbar", dass das
Kultusministerium den Schülern die Fähigkeit abspreche, richtig Verantwortung
zu übernehmen.
Freller kündigte Gespräch an
Erstmals in der Geschichte der Schüler-Kongresse nahm mit Kultusstaatssekretär
Karl Freller (CSU) ein Vertreter der Staatsregierung teil. Freller kündigte an,
mit den Schülervertretern ein Gespräch über die Ergebnisse des Kongresses führen
zu wollen.
Popa-Henning will sich außerdem bald mit einer Petition an den Landtag wenden.
Der Schritt werde von allen Verbänden aus dem Jugendbereich massiv unterstützt.
"Eine Schule kann für einen Schüler erst dann lebenswert sein, wenn er
mitbestimmen kann", betonte die Vorsitzende.
Sie kritisierte, dass vor allem an Haupt- und Realschulen die Mitwirkungsmöglichkeiten
der Schülervertreter "mangelhaft" seien. Auch für diese Schularten müsse
es ähnlich den Bezirkschülersprechern für Gymnasien ein bayernweites Schülergremium
geben, das Empfehlungen an das Kultusministerium richten kann. Außerdem müsse
die Zensur von Schülerzeitungen durch die Schulleitungen abgeschafft werden.
Nürnberger Nachrichten, 17.03.2003

