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Ziele der LSV

Chancengleichheit
Abgestimmt auf der Mitgliederversammlung vom 27.-29.5.2011

Unter allen Menschen müssen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Glaubens oder ihrer politischen Ansichten, Chancen gleich verteilt werden.
Die Schule als wichtigste Institution, in der auf die Gesellschaft vorbereitet werden soll und in der jedeR einzelne BürgerIn gebildet und erzogen werden soll, muss dieses Ziel erfüllen. Eine Schule, die Chancengerechtigkeit garantiert, muss jedem/r einzelnen SchülerIn die bestmögliche Förderung geben. Dabei ist das Ziel, dass diese individuell auf ihren aktuellen Bildungsstand eingehend gefördert werden. Dabei dürfen gerade Minderheiten nicht benachteiligt werden.
Diese Ziele erreicht man durch eine Zusammenlegung der Schularten zu einer Schule für alle, die individuelle Förderung, Ganztagsschule und kostenlose Bildung vereint.

Einführung einer gegenseitigen Evaluationskultur
Abgestimmt auf der Mitgliederversammlung vom 27.-29.5.2011

These:
Die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V. fordert die Einführung einer gesetzlich angeratenen, regelmäßigen Evaluationskultur für alle am Schulleben Beteiligten der Schulen, um sowohl die Effizienz des Unterrichts als auch die Charakterentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu stärken.

Begründung:
Ziel der Einführung der Evaluation ist die Verbesserung des Schulklimas. Diese wird erreicht, indem die betroffenen Personen offen miteinander kommunizieren und Kritik üben können, ohne aus eben dieser Kritik resultierende Sanktionen befürchten zu müssen. Dadurch wird eine Basis für ein vertrauensvolles Verhältnis aller Beteiligten geschaffen. Des Weiteren sollen die SchülerInnen den geeigneten Umgang mit konstruktiver Fremdeinschätzung lernen, was sich positiv auf die individuelle Entfaltung auswirkt. Auch wird erlernt, eigene Meinungen und Feedback auf sachlicher Ebene dem Gegenüber mitzuteilen. Zusätzlich trägt die Evaluation im erheblichen Maß zur Optimierung der Selbsteinschätzung bei.
Insgesamt bewirkt die Evaluation eine stetige Verbesserung des Unterrichts, da alle am Unterricht Partizipierenden ihre Meinung, Anregungen, Bedürfnisse und Wünsche äußern können.

Voraussetzung für die Entstehung einer Evaluationskultur ist eine Abschaffung der vorherrschenden Hierarchien zwischen SchülerInnen und LehrerInnen. Durch die gleichberechtigte Begegnung auf Augenhöhe aufgrund der abgeschafften Hierarchien und das damit entstandene Vertrauensverhältnis fällt der Umgang mit Kritik leichter. Unumgänglich ist ein Mindestmaß an Vertrauen, das jedeR dem oder der anderen entgegenbringen muss, um offen und ehrlich sowie angstfrei seine Kritik anbringen zu können. Um konstruktiv Feedback zu geben, muss Zeit im Schulalltag geschaffen werden, die es ermöglicht, sich mit ihrem individuellen Umfeld zu beschäftigen und die Kritik angemessen zu formulieren.

Die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V. stellt sich die Umsetzung folgendermaßen vor:
Eine Evaluation sollte in regelmäßigen Abständen stattfinden, um Kontinuität zu gewährleisten, um bereits frühzeitig Wissenslücken erkennen und schließen zu können. Denn während Noten erst im Nachhinein eventuell vorhandene Defizite aufdecken, wirken Evaluationsgespräche prophylaktisch, wodurch diese bereits im Ansatz eliminiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass allgemein anerkannte Verhaltensregeln auch im persönlichen Feedback gewahrt werden, um auf einer sachlich, konstruktiven Ebene interagieren zu können. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass der gegenteilige Effekt eintritt und Misstrauen sowie Antipathien entstehen. Wichtig ist auch, dass ein Feedback gegebenenfalls auch anonym, beispielsweise durch einen Feedbackbogen, abgegeben werden (geschehen) kann, um eine ehrliche Einschätzung des Gegenübers gewährleisten zu können. Die alleinige Evaluation vom Lehrer zum Schüler genügt nicht. Es sollte auch den SchülerInnen untereinander möglich sein sich gegenseitig Feedback zu geben. Genauso sollte auch der Lehrer sowohl von Schüler- als auch von Lehrerseite aus evaluiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Evaluation innerhalb des Kollegiums dienstgradübergreifend von Statten geht, sodass längst anachronistische Hierarchien innerhalb des Beamtenapparates überbrückt werden. Dies trägt im wesentlichen Sinne dazu bei, eine ausgeglichene, gleichberechtigte Basis zur Evaluation zu schaffen.

Auch die Eltern und das Schulpersonal können mit einbezogen werden, eigentlich sollte aber die Feedbackkultur primär zwischen SchülerInnen und LehrerInnen bestehen, da das Ziel darin besteht die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der SchülerInnen zu stärken.
In diesem Kontext weist die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V. auf die Einrichtung eines so genannten Klassenrates oder der „Zeit für uns“ hin. Eine Schulstunde in welcher SchülerInnen im Klassenverbund miteinander Probleme ansprechen und somit ihre Kompetenzen in Punkto Feedbackmethoden und Konfliktlösung schulen können.
Ein weiteres Instrument der Evaluation kann die Öffnung der Lehrersprechstunden für SchülerInnen darstellen. Dort können sie vertraulich mit ihren LehrerInnen über eventuell vorherrschende Probleme, Anregungen u.ä. diskutieren.


Aküli
22.08.2007 | [mehr]
Ich finds geil bevormundet zu werden