Ziele der LSV
Schulpolitische Grundsätze
Die unten aufgeführten Positionen sind Meinung der LSV des Schuljahres 06/07.Vertretung durch Landesschülerrat: Positionen in Arbeit
Demokratie
Demokratie
ist die Staatsform, die vom Volk ausgeht. Das heißt, dass jedeR einzelne BürgerIn
politisches Mitspracherecht hat und jedeR BürgerIn vor dem Gesetz gleich ist.
Auf die Schule übertragen
heißt das für uns, dass demokratische Erziehung ein wichtiger Teil unserer
Gesellschaft ist. Deswegen muss schon in der Schule dafür Sorge getragen
werden, dass bei den Jugendlichen, den zukünftigen BürgerInnen ein Interesse an
Demokratie und demokratischem Handeln geweckt wird.
Durch demokratische
Verhältnisse an den Schulen können die SchülerInnen schon früh die Vorteile der
demokratischen Staatsform erkennen, wie beispielsweise freie Meinungsäußerung,
Mitspracherecht und Einfluss des Individuums oder der Gruppe. Denn Demokratie
ist nicht durch Frontalunterricht erlernbar, sondern muss auch im Unterricht
gelebt werden. Allein durch ein gutes Verständnis für Demokratie ist gewährleistet,
dass sie sich ihrer Verantwortung als BürgerIn und ihrer politischen Rechte und
Pflichten bewusst werden.
Eine demokratische
Schule beinhaltet zum Beispiel einen Klassenrat und eine Stärkung des
Schulforums. Des Weiteren benötigt die bayerische Bildungslandschaft eine
anerkannte und arbeitsfähige Schülervertretungsstruktur bis hin zur Landesebene.
Nur durch Maßnahmen, die die Schülerinnen und Schüler mit einbeziehen und bei
denen sie als ernstzunehmende PartnerInnen angesehen werden, kann die in der
Verfassung festgeschriebene "Erziehung im Geiste der Demokratie" bei jungen
Menschen gewährleistet werden.
Chancengerechtigkeit
Unter
allen Menschen müssen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sozialen oder
ethnischen Herkunft, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, ihrer
sexuellen Orientierung, ihres Glaubens oder ihrer politischen Ansichten, Chancen
gleich verteilt werden.
Die Schule als wichtigste Institution, in der auf die Gesellschaft vorbereitet
werden soll und in der jedeR einzelne BürgerIn gebildet und erzogen werden
soll, muss dieses Ziel erfüllen. Eine Schule, die Chancengerechtigkeit
garantiert, muss jedem/r einzelnen SchülerIn die bestmögliche Förderung geben.
Dabei ist das Ziel, dass diese individuell auf ihren aktuellen Bildungsstand
eingehend gefördert werden. Dabei dürfen gerade Minderheiten nicht
benachteiligt werden.
Diese Ziele erreicht man durch eine Zusammenlegung der Schularten zu einer
Schule für alle, individuelle Förderung, Ganztagsschule sowie kostenlose
Bildung.
Schule und Gesellschaft
Bildungspolitik
ist Gesellschaftspolitik. JedeR Einzelne durchläuft Schule; somit ist dies die
einzige öffentliche Institution, die jede Generation nachhaltig prägen kann.
Sie eröffnet damit die Möglichkeit, Impulse zur Veränderung oder Beibehaltung
unserer Gesellschaftsordnung und ihrer Wertvorstellung zu geben.
Schule ist der Rahmen, in dem die Persönlichkeitsentwicklung stattfindet und
bei dem ein individuelles Menschenbild entsteht. Sie sollte helfen, unser
Verfassungsideal eines/r demokratischen, mündigen, offenen und kritischen BürgerIn
zu erreichen. Dafür muss man unweigerlich Schulstruktur, Leistungsbewertung sowie den Bildungs- und Erziehungsauftrag nach diesem Ziel ausrichten.
Gesellschaft verändert Schule und Schule verändert Gesellschaft. Für eine
Verknüpfung dieser Beiden ist auch ein allgemeinpolitisches Mandat für SchülerInnenvertretungen
essentiell.
Lebensraum Schule
Schule muss
zum Lebensraum für alle SchülerInnen werden, da jedeR SchülerIn nicht nur das
Recht auf individuelle Entfaltung des Charakters besitzt, sondern dieses auch
in der Schule gefördert werden sollte und muss.
Um dies erreichen zu können, darf Schule in den Augen der SchülerInnen nicht
Ort des Zwanges, sondern muss Ort des freiwilligen und selbstständigen Lernens
sein. Dafür ist notwendig, dass jedeR einzelne SchülerIn ein wichtiger Teil der
Schulgemeinschaft ist, ihm/ihr Mitspracherecht im Schullalltag eingeräumt wird
und ihm/ihr der Platz, der Raum und die Zeit zur freien Entfaltung zur Verfügung
gestellt wird. Zwar ist hierbei ein geregelter Tagesablauf wichtig, doch sollte
es neben festen Bestandteilen - wie dem gemeinsamen Mittagessen oder
Schulritualen, die die Gemeinschaft der SchülerInnen nachhaltig stärken - genug
Zeit für freies Lernen und individuelle Beschäftigung geben.
So erlernt der/die SchülerIn, wie es uns Beweise von Schulen deutlich zeigen,
die Lebensraum geworden sind, leichter und mit wesentlich mehr Motivation und
Freude am Lernen den vom Lehrplan vorgegebnen Stoff und noch vieles mehr zu
erfassen, da somit unter SchülerInnen ein Lehr- und Lernverhältnis entsteht. JedeR
SchülerIn stärkt dadurch seine eigenen sozialen Kompetenzen durch den Umgang
und den Austausch mit Anderen.
Auf dieser Basis ist es für den Einzelnen einfacher mit Konflikten umzugehen,
diese auszutragen und diese zu bewältigen, wodurch ein besseres Klassenklima
entstehen kann und somit Schule auch ein Stück weit mehr Lebensraum wird.

