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Evaluation

Was ist Evaluation und wie kann ich sie in meiner Schule umsetzen?

Was ist Evaluation ?

Im weitesten Sinne ist es die Frage nach dem Wert, bzw. dem Nutzen einer bestimmten Sache. In der Schule bedeutet das, sich fortlaufend um einen konstruktiven Dialog zwischen Schülern und Lehrern zu bemühen. Das Ziel ist eine Atmosphäre, in der der Schüler gewohnt und gewillt ist, seine Meinung über den Unterricht, den Lehrer oder Ähnlichem offen und ehrlich zu äußern und sich konstruktiv an der Verbesserung des Schulalltags zu beteiligen. Der Weg zu diesem Ziel stellt einen immerwährenden Prozess da, zu dem jeder seinen Teil beitragen muss. Evaluation beschreibt folglich nicht nur die einmalige Erhebung oder die einzelne Gesprächsrunde, sondern meint sowohl die gezielte Aussprache, als auch die gesamte Entwicklung. Allerdings soll hier nur die Rede von klasseninterner Evaluation sein.

Wie kommt Evaluation in die Schule?

So wie sie oben beschrieben wurde, lässt sich Evaluation natürlich nicht von einem Tag auf den anderen verwirklichen. Was wir letztendlich unter Evaluation verstehen, muss von Anfang an Bestandteil des Unterrichts sowie der Intention des Lehrers sein. Nur wenn ab der ersten Klasse bewusst evaluiert wird, kann dieses Ziel erreicht werden. Trotzdem gibt es selbstverständlich Möglichkeiten, auch im späteren Schulverlauf noch mit der Evaluation zu beginnen. Allerdings muss hierbei beachtete werden, dass den Schülern und Lehren die Gewohnheit fehlt, und sie deswegen wesentlich sensibler an das Thema herangeführt werden müssen. Außerdem benötigen sie anfangs noch Hilfestellungen, um überhaupt erkennen zu können, was und wie man evaluieren kann. An dieser Stelle muss nun für jeden Fall spezifisch, die passende Methode herausgesucht werden.

 

Dafür gibt es zwei Methoden:

Methode 1 - das Gespräch

Wer hätte das gedacht? Selbst ein einfaches, klärendes Gespräch mit dem Lehrer und der Klasse kann schon Evaluation sein. Ein zugegebenermaßen einfaches Mittel - aber es tut Wunder! Natürlich sollte ein solches Gespräch nicht nur dann stattfinden, wenn es gerade Probleme gibt (und eigentlich schon alles zu spät ist), sondern es soll zu einem festen Bestandteil des Unterrichts werden. Wie wir wahrscheinlich alle aus der eigenen Schule kennen, funktioniert diese Methode nicht immer. Da gibt’s mal einen Lehrer, der mit Kritik nur schwer umgehen kann oder Schüler, die nicht fähig sind fair und konstruktiv Kritik zu äußern.

Was kann ich dagegen tun? Es gibt verschiedene Möglichkeiten Personen mit ein zu schalten und so das Gespräch zu anonymisieren. Das können die Klassensprecher sein oder vielleicht die Schülersprecher, die beispielsweise allein mit den Schülern Kritik und Lob sammeln und diese dem Lehrer oder der Lehrerin in einer ruhigen Minute überreichen. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn alle Stricke reißen gibt es auch noch …

Methode 2 - der Fragebogen

Dieses Konzept darf auf keinen Fall isoliert gesehen und verwendet werden. In diesem konkreten Fall wird beschrieben, wie man eine schnelle und leicht einzuführende Evaluationsmethode im Schulalltag integriert. Hierbei werden die Evaluierenden durch einen Fragebogen unterstützt, der ihnen die Vielfältigkeit an möglichen Fragestellungen erschließen und bei dem Beginn des Gesprächs helfen soll. Es darf auf keinen Fall in Vergessenheit geraten, dass der Fragebogen nur ein Hilfsmittel sein kann, und die eigentliche Arbeit erst nach der Auswertung beginnt.

Was bringt der Fragebogen?

Ein gut formulierter Fragebogen bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen ist er anonym und wird ohne Druck oder Kontrolle von außen bearbeitet. Dadurch wird jedem die Möglichkeit gegeben, seine Meinung offen und ohne Angst vor möglichen Konsequenzen darzulegen. Außerdem erhält man über einen Fragebogen ein leicht auszuwertendes Stimmungsbild, da er zu einer überschaubaren Anzahl an Fragen klare Antworten liefert. Nebenbei lernen die Schüler hier, sich in das Unterrichtsgeschehen einzubringen und verantwortungsbewusst Kritik zu äußern. Mit diesem Stimmungsbild in der Hand kann der Lehrer im Gespräch nun gezielt auf Unstimmigkeiten und Problemsituationen in seinem Unterricht bzw. der Klasse eingehen. Diese Art des Dialogs kann das Klima in der Klasse verbessern und den Unterricht deutlich transparenter werden lassen. Wenn dieser Prozess von allen Beteiligten wirklich ernst genommen wird, fördert er die Offenheit in der Klasse und vermag die Qualität des Unterrichts merklich zu steigern. Trotzdem darf das System des Schülerfeedbacks nicht als Wundermittel gegen jeden Problemfall missverstanden werden. Gerade bei Problemen, die nichts mit dem Unterricht als solchem zu tun haben, ist Evaluation nicht das geeignete Mittel.

1.Der erste Kontakt

Wenn man sich einmal selbst mit der Idee der Evaluation angefreundet hat, steht trotzdem noch ein nicht unwichtiges Stück Arbeit bevor, um eine erfolgreiche Durchführung zu ermöglichen. Dazu ist es unerlässlich, von Anfang an möglichst transparent zu arbeiten und für eine möglichst gleichwertige Information aller Beteiligten zu sorgen.

2. Der AK-Evaluation

Um den beschriebenen Anforderungen gerecht zu werden ist es unerlässlich, einen eigenen Arbeitskreis zu bilden, der fortan für die Organisation und Information an der Schule verantwortlich ist. Bestenfalls besteht dieser aus dem Direktor, den Lehrern, Teilen der SMV oder anderen interessierten Personen. Es ist nun an ihm, den individuellen Ablauf zu bestimmen, für die Bekanntmachung bei Lehrern und Schülern zu sorgen und ggf. Änderungen an den Fragebögen vorzunehmen. Wie üblich empfiehlt es sich, regelmäßige Treffen anzuberaumen, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen und das Verfahren zu verbessern.

Die Information der Beteiligten

Nachdem man sich bezüglich der allgemeinen Vorgehensweise geeinigt hat, ist es an der Zeit, die Beteiligten Personengruppen umfassend zu informieren und ihnen die Möglichkeiten, aber auch die Bedingungen einer erfolgreichen Evaluation nahe zu bringen. Am wichtigsten ist jeweils, bestehende Vorurteile auszuräumen, und auf die nötige Ernsthaftigkeit hinzuweisen. Damit garantiert wird, dass die Informationen nicht sofort wieder verfliegen, haben wir die wichtigsten Punkte auf jeweils einem Blatt für Lehrer und Schüler zusammengefasst.

3. Information der Lehrer

Es wird sich als schwierig erweisen, das gesamte Lehrerkollegium auf ein Mal gemeinsam zu informieren. Als eine Möglichkeit hierzu bietet sich jedoch die Lehrerkonferenz an, zu der auch Schüler eingeladen werden können. In diesem Fall sollte das Konzept der Überzeugungskraft wegen zusammen von einem Schüler und einem Lehrer vorgestellt werden. Wenn größeres Interesse bzw. Diskussionsbedarf besteht, kann man sich selbstverständlich auch außerhalb der Schulzeit treffen. Gerade im Bezug auf Lehrer ist es sehr wichtig, den Nutzen von Evaluation hervorzuheben. Es soll klar werden, dass es das Ziel ist, guten Unterricht zu verbessern, und man sich als Evaluierender keinesfalls mangelnde Kompetenz eingestehen muss.

4. Information der Schüler

Es ist offensichtlich, dass es, egal an welcher Schule, immer zu viele Schüler gibt, als dass man sie alle gleichzeitig informieren könnte. Zuerst einmal muss für eine breite Informationsbasis gesorgt werden, damit jeder Interessierte auch tatsächlich informiert werden kann. Es empfiehlt sich, während einer einwöchigen Annäherungsphase einen Info-Stand in der Pause zu unterhalten, Plakate auszuhängen und Handouts in den Klassen zu verteilen. Bevor schließlich konkret mit der Evaluation begonnen wird, ist es äußerst sinnvoll ein Team aus Schülern und Lehrern durch die Klassen zu schicken, um den Ablauf noch einmal zu erklären und auf eventuelle Fragen eingehen zu können. Für die unteren Jahrgangsstufen bietet sich die Möglichkeit, die Tutoren als Vertrauenspersonen der jungen Schüler mit in diesen Prozess einzubinden.

 

 

Zum Weiterlesen:

Christoph Burkard und Gerhard Eikenbusch Praxishandbuch Evaluation in der Schule 208 Seiten, kartoniert EUR (D) 15,90/ EUR (A) 16,40/ sFr 28,60 ISBN 3-589-21351-5


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