....Was können wir dagegen tun?
15.12.2003:
Kreativ sein und kreativen Widerstand leisten!
SchülerInnen haben keine starke Lobby, aber trotzdem kann man es schaffen, auf Missstände aufmerksam zu machen. Hier ein paar mehr oder weniger kreative Ideen, was man machen kann, wenn’s mal wieder brennt weil das Kultusministerium irgendwelche Maßnahmen, die man für ungut hält, durchsetzen will... Die vorgestellten Aktionen sind nur umrissen und auch nur Anregungen. Vielleicht ist ja was dabei, das ihr an eurer Schule umsetzen könnt.
Die Aktionen sind nicht spezifisch auf Schulzeitverkürzung ausgelegt und können auch für andere Widerstände verwendet werden. Aber gerade beim Punkt Schulzeitverkürzung werdet ihr auf relativ wenig Widerstand aus den Direktoraten stoßen, da die meisten DirektorInnen selbst gegen Schulzeitverkürzung sind.
Es ist an euch, sich zu wehren!
Und hier ein paar Vorschläge:
- Schulstreik
Die wohl wirkungsvollste, zugleich aber auch schwierigste Aktion, die man an seiner Schule als SchülerIn durchführen kann: Einfach Streiken. Wichtig ist, möglichst alle SchülerInnen auf seiner Seite zu haben, dann kann auch nicht so viel passieren. Während dem Streik ein möglichst cooles Bild abgeben, sich nicht unbedingt besaufen oder so. Am besten Arbeitskreise anbieten, Diskutieren, Spiele spielen. Vielleicht die Presse anrufen, damit die vorbei kommen und über den Schulstreik berichten. Oder vielleicht auch mal im Kultusministerium anrufen und berichten, dass die SchülerInnen der Schule soundso streiken und dann die Gründe nennen.
Es können natürlich harte Konsequenzen - gerade in Bayern - drohen. Aber erstens ist es unwahrscheinlich, dass die halbe Schule einen Verweis bekommt und zweitens ist ein solcher auch recht schnell wieder vergessen. Ärgerlich könnte es für die OrganisatorInnen eines Streiks werden. Es soll schon Fälle gegeben haben, dass diese von der Schule geworfen worden sind. Aber auch das sollte kein Hindernis sein, dieses Mittel zu ergreifen, wenn es wirklich notwendig ist!
- SchülerInnen informieren
Sollte eigentlich immer und bei allem gemacht werden. Diskussionsrunden organisieren, zu Infonachmittagen einladen und vielleicht auch gemeinsam mit MitschülerInnen dann ein Papier zu erarbeiten, welches man verbreiten kann. Die Durchführung eines Infonachmittags kann einem niemand verbieten, man benötigt auch nicht viel außer Informationen, welche man weitergeben kann. Dazu kann man natürlich immer die Bezis anrufen oder einfach auf der Internetseite der LSV (www.lsv-by.de) nachschauen, die LSV hält in der Regel Info-Material wie Wandzeitungen bereit.
- Schnorren
Nicht unbedingt wirkungsvoll, macht aber auf die Lage aufmerksam. Zum Beispiel während der Pause in die Aula ein Riesensparschwein aufstellen mit der Aufschrift "Spart auch ihr an der Bildung" oder so. Damit erreicht man wenigstens mit Glück ein bisschen Interesse für die momentane Situation. Interessant könnte auch sein, aus der Schule hinaus zu gehen. Schnorren - und damit auf die Einsparungen im Bildungsbereich aufmerksam machen - kann man überall: In der Stadt, in öffentlichen Verkehrsmitteln, ... oder an zentralen Straßen Geld für Schulbücher schnorren - das ist auf jeden Fall öffentlichkeitswirksam. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und prinzipiell besteht auch keine große Gefahr ;-)
- Abgeordnete anhauen Ist politisch wohl ziemlich wirkungsvoll. Einfach zu dem Wahlkreisabgeordneten gehen und sagen, was man von den momentanen Überlegungen hält. Auch Monika Hohlmeier ist nicht absolut und wenn alle CSU-Abgeordneten berichten, dass es ganz viel Kritik an dem Vorhaben gibt, ist es auch für die Staatsregierung schwierig, irgendetwas durchzusetzen. Deswegen zu den Landtagsabgeordneten gehen, ihnen eMails schreiben, sie anrufen, andere MitschülerInnen mitzuziehen. Manchmal bringt auch das etwas und immerhin gehört das sogar zu den demokratischen Rechten, die jede(r) in Bayern haben sollte. Die eMail-Adressen aller Abgeordneten stehen übrigens im Internet unter www.bayerischer-landtag.de.
- Unterschriften sammeln
Sammelt an eurer Schule Unterschriften gegen ein Vorhaben und schickt diese dann an den Landtag, an das Kultusministerium, an die Presse, an euren Wahlkreisabgeordneten, ... Auch damit kann man zeigen, dass ganz viele SchülerInnen mit der momentanen Bildungspolitik nicht einverstanden sind.
- T-Shirts/Buttons/Plakate Mit kreativen Sprüchen versehen und an den Körpern ganz vieler SchülerInnen bzw. den Wänden der Schule sind T-Shirts, Buttons oder Plakate (oder Aufkleber oder ...) eine gute Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen (Beispiel LSV - T-Shirt "Ich find’s geil, bevormundet zu werden")
- SchülerInnenzeitung Immer mit der SchülerInnenzeitung zusammenarbeiten und Artikel schreiben, Interviews führen usw. Die SZ ist immerhin das Sprachrohr der SchülerInnen!
- Theater
Wieso nicht mal richtig kreativ sein und ein Theater in der Aula oder vor der Schule auf der Straße veranstalten. Wie kann man Schulzeitverkürzung darstellen? Irgendwelche Ideen habt ihr bestimmt, die muss man nur umsetzen und wieder hat man eine Möglichkeit, mit Witz und Charme *g* auf einen Missstand aufmerksam zu machen.
- Podiumsdiskussion
Auf einer Podiumsdiskussion kann man dem örtlichen Abgeordneten mal seine Meinung sagen und andere Schüler über Missstände informieren. Ist auch nicht so schwer zu organisieren

